SARS-CoV-2/COVID-19 – eine Pandemie und deren Management

© Robert Koch-Institut, Berlin

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Einleitung

Coronaviren sind bei Menschen und Tieren weit verbreitet. Ursache für eine Pandemie ist in der Regel – anders als bei den nicht-zoonotischen Influenzaviren – nicht eine Mutation des Virus an sich, sondern der Übergang von Tieren auf den Menschen. Dies kam bei den Influenza-A-Viren bisher zweimal vor, bei der Vogelgrippe (aviäre Influenza) und der Schweinegrippe. Die Vogelgrippe zeigte allerdings nur eine geringe Fallzahl, während die Schweinegrippe eine echte Pandemie war, allerdings auch mit einer vergleichsweise geringen Letalität. Das SARS-CoV-2-Virus, dessen Erkrankung als COVID-19 (COrona VIrus Infectious Disease) bezeichnet wird, begann Anfang Dezember, ausgehend von der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, die Welt zu erobern. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um ein bezüglich der Kontagiosität der Influenzaviren vergleichbares Virus handelte und somit auch schnell höhere Fallzahlen als die prominenten Vorgänger SARS-CoV-1 (Severe Acute Respiratory Syndrom) und MERS-CoV (Middle Eastern Respiratory Syndrom) erreichte. Hinter den großen Influenzawellen blieb und bleibt es allerdings zurück, die Letalität, also der Anteil der Erkrankten, die tatsächlich an der Erkrankung COVID- 19 direkt versterben, ist bei korrekter Zählweise offenbar nicht höher als bei schweren Influenza-Wellen. Der Krankheitsverlauf und die Komplikationen unterscheiden sich allerdings schon, genau wie die Hauptzielgruppen und – mit Einschränkungen – die Hauptrisikogruppen. Nachfolgend soll dargestellt werden, was derzeit über us bekannt ist.

Das Virus

Es handelt sich um ein Single Strain RNA-Virus (ssRNA-Virus), hat also die kleinstmögliche Version von Erbgut. Zur Diagnostik stand schnell eine Real- Time Reverse Transkriptase-PCR zur Verfügung, da es bereits etablierte Verfahren für den Nachweis anderer Coronaviren gab. SARS-CoV-2 ist behüllt, alle VAH-gelisteten Hände- und Flächendesinfektionsmittel wirken, sofern in die Klasse „begrenzt viruzid“ eingeordnet sind. Selbst Händewaschen mit Seife und der Einsatz von Spülmitteln führt zu einer deutlichen Virusreduktion unter die derzeit angenommene Infektionsdosis. Eine relevante Frage ist, wie lange ein Virus auf unbelebten Flächen aktiv bleibt. Diese Zeit wird für SARS-CoV-2 mit maximal 9 Tagen angegeben, dies allerdings stark abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Begleitsubstanzen wie Speichel oder Schleim. Haupttransmissionswege sind Tröpfchen ≥ 5 Mikrometer, die beim Sprechen etwa 1,5–2 m weitergetragen werden sowie, recht selten, Schmierinfektionen über Stuhl oder kontaminierte Flächen.

Haustiere gelten derzeit nicht als Überträger, Erfahrungen aus China haben gezeigt, dass nur Katzen und die in Deutschland so gut wie nie gehaltenen Frettchen sich an dem Virus infizieren können. Die Inkubationszeit beträgt 1–14 Tage, im Mittel 4 – 8 Tage, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Virusausscheidung durch Infizierte bis zu zwei Tagen vor Beginn der Symptomatik erfolgt, infolge dessen auch Menschen, die Betroffene in dieser Zeit getroffen haben, als Kontaktpersonen zu werten sind. Die Ausscheidungsdauer wird also ab dem Zeitpunkt Symptome + 2 Tage davor berechnet. Bleibt es bei Nachweis im Rachen, wird von 4 – 8 Tagen Ausscheidungsdauer ausgegangen, dieser Zeitraum verlängert sich bei Nachweis aus Sputum und/oder Bronchoalveolärer Lavage (BAL) deutlich.

COVID-19

Die Erkrankung hat das gesamte Verlaufsspektrum von asymptomatisch (ca. 85 %) bis zum SARS mit Todesfolge. Ob und wie schwer ein Mensch erkrankt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Adipositas permagna (bedingt durch Probleme mit Angiotensin Converting Enzyme, die das Virus ausnutzt)
  • Immunsupprimierende Grunderkrankungen (z. B. Diabetes, Malignome)
  • Immunsupprimierende Therapien (Corticoide, Cytostatika u. a.)
  • Leben in umweltverschmutzten Bereichen (Industriestädte, Großstädte)
  • Alkoholismus und Nikotinabusus
  • Lungenvorschädigungen (COPD, Zustand nach kavernöser Tuberkulose, Fibrose u. a.)
  • Männliches Geschlecht (bis > 80 Lebensjahre, dann sterben Frauen und Männer in etwa gleich häufig
  • Genetische Disposition (dies erklärt die wenigen Todesfälle bei jüngeren Menschen ohne bekannte Vorschädigung)

Das Alter alleine stellt nur in Zusammenhang mit den Vorschädigungen ein erhöhtes Todesrisiko da, es kommt nicht auf das Alter im Ausweis, sondern auf das biologische Alter, also den Allgemeinzustand, an. Zunehmend stellt sich nun über Veröffentlichungen heraus, dass alle COVID-Toten mehr oder weniger gravierende Vorschäden hatten und viele ohnehin in etwa Monatsfrist verstorben wären. ...


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PD Dr. Andreas Schwarzkopf
Bad Bocklet



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