Ein Konzept mit großem Potential – Mut zum Patient Empowerment: Freiburger Hygiene- und Infektiologiekongress vom 9.–11.10.2019

Alexandra Becker

Der diesjährige Freiburger Hygiene- und Infektiologie-Kongress des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH) fand vom 9. – 11. Oktober traditionell im Konzerthaus Freiburg statt. Vortragende, Besucher und Industrieaussteller aus dem deutschsprachigen In- und Ausland kamen hier wieder zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, sich fortzubilden, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Dr. Ernst Tabori, ärztlicher Direktor und letzter aktiver Gründer des vor 20 Jahren aus der Uniklinik Freiburg heraus gegründeten BZH, begrüßte die 1500 Kongressteilnehmer, denen mit 20 Fachvorträgen und 18 Lunchvorträgen erneut ein vielfältiges Programm geboten wurde.

Patient Empowerment

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Thomas von Lengerke, Medizinpsychologe von der MH Hannover, stellte das Konzept „Patient Empowerment“ vor, im Zuge dessen der Patient durch Vermittlung von Wissen dazu „befähigt“ werden soll, aktiv an medizinischen Entscheidungen mitzuwirken. In der Therapie chronischer Erkrankungen, wie Diabetes, die ein hohes Maß an Selbstmanagement erfordern, wird dieses Konzept schon länger umgesetzt, nun wird es auch auf die Infektionsprävention (z.B. die Händehygiene) übertragen.

Dahinter steckt folgende Grundidee: der Patient soll das behandelnde Personal auf dessen Händehygieneverhalten ansprechen und damit die Compliance fördern. Aus sozialpsychologischer Sicht können Patienten besonders wirkungsvoll „injunktive soziale Normen“ – diese beziehen sich auf die subjektive Wahrnehmung, welches Verhalten von anderen erwartet oder gebilligt wird – aktivieren und so in Bezug auf die Händehygiene verhaltensfördernd wirksam werden.

Die Grundidee: Der Patient soll das behandelnde Personal auf dessen Händehygieneverhalten ansprechen

Es gibt zahlreiche Barrieren für eine aktive Beteiligung des Patienten, die aus dem Weg geräumt werden müssen; so können Patienten mit Postern oder Flyern dazu „eingeladen“ und ermutigt werden, das behandelnde Personal auf dessen Händehygieneverhalten anzusprechen. Letzteres muss aber auch seine ablehnende Haltung gegenüber der Beteiligung des Patienten ablegen. Das Fazit von v. Lengerke: im Patient Empowerment steckt ein großes Potential, wegen des zu erwartenden Gegenwinds brauche es aber v.a. Mut.

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Händehygiene richtig angewendet – Kompendium Händehygiene

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Bildquelle: BZH Freiburg

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