„Erwachsene sind lernfähig, aber unbelehrbar“ - Freiburger Infektiologie- und Hygienekongress

Freiburger Infektiologie- und Hygienekongress vom 10.10. – 12.10.2018
Angelika Schulz, Anja Garcia Ziemsen (SCICOM GmbH)

Drei Tage für den Infektionsschutz: Im Rahmen des 28. Infektiologie- und Hygienekongresses strömten rund 1.450 Besucher aus der DACH-Region ins Freiburger Konzerthaus. Mit 60 Ausstellern, 20 Experten-Vorträgen sowie 14 Lunchvorträgen aus der Industrie lud das Deutsche Beratungszentrum für Hygiene (BZH) dieses Jahr wieder all jene zu Austausch und Weiterbildung ein, die sich tagtäglich mit der Hygiene und ihrer praktischen Umsetzung beschäftigen.

Einen originellen Auftakt in die Vortragsreihe gab Prof. Dr. Dirk Wagner vom deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ)  in Potsdam: Mit seinem Vortrag bot er seinem Publikum einen neuen Blickwinkel auf Bakterien und Co. Denn: Mikroorganismen sind keineswegs nur im Klinikum anzutreffen, sondern können mitunter extremen Umweltbedingungen widerstehen. Von der tiefen Erdkruste bis zum Permafrost – sogar in Bodenproben vom Mars wurden bereits Mikroorganismen isoliert.
Weniger extrem ging es im anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Sarah Tschudin-Sutter, Klinik für Infektiologie & Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, über neue Erkenntnisse hinsichtlich der Übertragung und Prävention von Clostridium difficile zu.
In ihrer aktuellen Guideline zur Prävention von CDI in der Akutmedizin berichtete Tschudin-Sutter über neue Erkenntnisse aus den Bereichen Händehygiene, Barrierepflege sowie Flächenhygiene (Tschudin-Sutter et al., 2018). Um C. difficile-Sporen effektiv von den Händen zu entfernen, wird das Waschen der Hände mit Seife nach der Verwendung eines alkoholischen Händedesinfektionsmittels empfohlen. Aktuelle Studien deuten außerdem darauf hin, dass das Waschen mit Sand die Reduktion der Sporen signifikant erhöht – dank der zusätzlichen mechanischen Komponente (Isaacston et al., 2015). Im Falle eines Ausbruchs könne diese Methode unter bestimmten Umständen empfehlenswert sein, so Prof. Tschudin-Sutter. Bei der Flächenhygiene könnten unter bestimmten Umständen auch berührungslose Desinfektionsverfahren – beispielsweise UV-Systeme – einen Vorteil bei der Inaktivierung von Sporen bieten (Zhang et al., 2013). Insgesamt, so Prof. Tschudin-Sutter, biete ein Bundle-Ansatz mit dem Fokus auf eine optimierte Hände- und Flächenhygiene die effizienteste Kombination aus erhöhtem Infektionsschutz und wirtschaftlicher Kosten-Reduktion (Brain et al., 2018.)
Ein weiterer wichtiger Ansatz bei der Prävention von CDI ist ein systematisches Antibiotic-Stewardship: So führten beispielsweise Programme, die u. a. die Gabe von Fluoroquinolonen, Cephalosporinen und Clindamycin regulierten, zu einer signifikanten CDI-Reduktion von durchschnittlich 50 % (Lawes et al., 2017).

 

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Referenzen
Veröffentlichkeitsdatum: 12.12.2018
Autoren: Angelika Schulz, Anja Garcia Ziemsen (SCICOM GmbH)
Foto: im Besitz des BZH, Freiburg; Fotograf: Michael Spiegelhalter, Merdingen
Hygiene & Medizin | Jahrgang 43 | 12/2018

 

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