Supplement DGKH - Hygiene und Medizin - Methoden der Wirksamkeitsprüfung

Methoden der Wirksamkeitsprüfung

Optimierung der tuberkuloziden Wirksamkeitsprüfung nach DIN EN 14348

Hintergrund
Tuberkulose ist nach den Angaben der WHO eine der 10 weltweit verbreitetsten Krankheiten mit Todesfolge. Da immer häufiger Antibiotika-resistente Mykobakterien Infektionen auslösen, werden Präventivmaßnahmen, z.B. die routinemäßige und/oder gezielte Desinfektion, wichtiger als in der Vergangenheit. In Deutschland und Europa muss die tuberkulozide/ mykobakterizide Wirksamkeit für alle Desinfektionsmittel im quantitativen Suspensionsversuch nach DIN EN 14348 geprüft und bestätigt werden. Speziell bei aminhaltigen Desinfektionsmitteln gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme bzgl. der Neutralisation, sodass es zu invaliden Kontrollen und Ergebnissen gekommen sein könnte.

Material/Methoden
Die Wirksamkeitsprüfung verschiedener aminhaltiger Wirkstofflösungen in Anlehnung an die Anforderungen der DIN EN 14348. Verwendung alternativer, nicht in der DIN EN 14348 aufgeführter Neutralisationsverfahren mit Mycobacterium terrae. Vergleich der Rückgewinnung von M. terrae von verschiedenen Membranfiltern.

Ergebnisse
Auch die Verwendung alternativer Substanzen für die chemische Neutralisation führte nicht zu validen Ergebnissen. Bei der Neutralisation mittels kombiniertem Membranfiltrationsverfahren mit chemischer Neutralisation wurden reproduzierbar valide Daten generiert. Wiederfindungsversuche mit verschiedenen Filtern zeigten unterschiedliche Ergebnisse, so dass auch die Auswahl der Filter einen Einfluss auf die Prüfung haben kann.

Fazit

Das derzeit nicht in der DIN EN 14348 beschriebene Neutralisationsverfahren mittels Membranfiltration stellt unter vorheriger chemischer Beladung der Filter eine effektive Alternative zur derzeit nicht immer sicheren chemischen Neutralisation bei aminhaltigen Produkten dar. Dieses Verfahren würde nach Ansicht der Autoren die Sicherheit bei der Wirksamkeitsbewertung von Desinfektionsmitteln erhöhen und damit die entsprechende Präventionsmaßnahme.

Autoren
F. H. H. Brill1, J. Lenz2, N. Radischat3, C.Lach2, H. Gabriel2, K. Steinhauer3, L. Paßvogel3
(1 Dr. Brill + Partner GmbH – Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Hamburg
2 Chemische Fabrik Dr.Weigert GmbH & Co. KG, Hamburg
3 Schülke & Mayr GmbH, Norderstedt)

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