Supplement DGKH - Hygiene und Medizin - Öffentlicher Gesundheitsdienst

Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) Teil 1 und Teil 2

Reinigung im Krankenhaus
Ergebnisse in Münchner Kliniken 2016 – 2017

Hintergrund
Das Thema Reinigung im Krankenhaus rückt insbesondere wegen der Zunahme antibiotika-resistenter Erreger und dem Risiko nosokomialer Übertragungen mehr und mehr in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit. In medizinischen Einrichtungen ist insbesondere die Flächendesinfektion ein wichtiger Faktor im Multibarrierekonzept zur Prävention und Kontrolle von nosokomialen Infektionen.
Aufgrund einer durch das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege erlassenen Verwaltungsvorschrift erfolgte in 2016/2017 bayernweit ein Schwerpunktprojekt zu diesem Themenkomplex, wobei die allgemeine Organisation der Reinigung im Krankenhaus zur Überprüfung anstand.

Methode
Das Gesundheitsamt München überprüfte in diesem Zeitraum 44 Plankrankenhäuser im Stadtgebiet München anhand vorgegebener Checklisten. Die Ergebnisse wurden standardisiert erfasst und statistisch ausgewertet.

Ergebnisse
Bei den 44 Kliniken handelt es sich um 23 Fachkliniken, 11 Grund- und Regelversorger, 4 Schwerpunktversorger, 4 Maximalversorger und 2 Hochschulkliniken.
In diesen Kliniken sind insgesamt 10 hausinterne Reinigungsdienste, 12 externe Reinigungsdienstleister und 13 Servicegesellschaften sowie 9 sonstige Reinigungsdienste mit der Klinikreinigung betraut.
Während bei den Fachklinken und den Grund- und Regelversorgern alle Reinigungsdienstarten zu finden sind, haben beide Hochschulkliniken Servicegesellschaften, sämtliche Maximalversorger ausschließlich externe Reinigungsdienstleister und die Schwerpunktversorger zu gleichen Teilen Servicegesellschaften und sonstige, d.h. kombinierte Dienstleister mit der Reinigung beauftragt. Bezogen auf die Bettenanzahl versorgen die Servicegesellschaften somit knapp 50 % und die externen Reinigungsdienstleister gut 30 %, zusammen also gut 80 % aller Betten.
Bezogen auf die Anzahl der zu versorgenden Betten errechnet sich für alle Reinigungsdienstleister ein Mittelwert von 7,1 Betten, die auf ein Mitarbeitervollzeitäquivalent entfallen. Die externen Reinigungsdienstleister liegen mit 11,5 deutlich darüber, die Servicegesellschaften hingegen schneiden mit 5,5 am besten ab.
Während die internen Reinigungsdienste und die Servicegesellschaften hinsichtlich des Qualitätsmanagements in < als 50 % zertifiziert sind, ist dies bei > 90 % der externen Reinigungsdienstleister der Fall. Dennoch stimmt bei einem Drittel der externen Reinigungsdienstleister das vorgelegte Leistungsverzeichnis nicht mit den Verhältnissen vor Ort überein.
Bei der Qualifikation der Objektleitung können 100 % der sonstigen und 75 % der externen Reinigungsdienstleister eine tätigkeitsbezogene Qualifikation aufweisen, gefolgt von den internen Reinigungsdiensten mit 70 %, während die Objektleitungen bei den Servicegesellschaften dies nur in < 50 % nachweisen können.
Die gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen im Rahmen des Arbeitsschutzes können alle internen Reinigungsdienste und Servicegesellschaften vorlegen, wohingegen die externen Reinigungsdienstleister hier unterdurchschnittlich abschnitten, gefolgt von den sonstigen Reinigungsdiensten.
Bei der Flächenleistung liegen die vorgelegten Leistungszahlen bei den externen Reinigungsdienstleistern durchweg höher als die Mittelwerte für alle Reinigungsdienstarten. Dies ist weit weniger häufig bei den internen Reinigungsdiensten und den Servicegesellschaften zu beobachten.
Bei der Reinigungsfrequenz zeigt sich, dass insgesamt < 50 % der Reinigungsdienste eine tägliche routinemäßige Flächendesinfektion der patientennahen Flächen durchführen. Am schlechtesten sind diesbezüglich die externen Reinigungsdienste aufgestellt, von denen nur ein Drittel eine Flächendesinfektion an 7 Tagen durchführt, während zwei Drittel der Servicegesellschaften täglich desinfizieren. Weitere Unterschiede zeigen sich u.a. bei der Qualitätssicherung.

Schlussfolgerungen
In letzter Zeit häufen sich die beim Gesundheitsamt eingehenden Beschwerden mit Bezug zur Klinikreinigung insbesondere in großen Kliniken. Trotz der Limitationen einer reinen Checklistenbefragung ergeben sich eindrucksvolle Unterschiede zwischen den verschiedenen Reinigungsdienstarten, die insbesondere Kliniken mit externen Reinigungsdienstleistern vor Probleme stellen können.


Autoren
D. Warburg, S. Gleich
(Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München)

 

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