Supplement DGKH - Hygiene und Medizin - Vision „Null-Infektionen”

Vision „Null-Infektionen”

Für eine Vision „Null-Infektionen” im Gesundheitswesen

Seit der ersten NIDEP-Studie 1994 ist der Prozentsatz der Krankenhausinfektionen nicht gesunken. Absolut gestiegen ist, auf Grund ständig steigender Zahlen stationärer Patienten, die absolute Zahl der Krankenhausinfektionen, die derzeit bei rund 1 Million pro Jahr liegt. Bisherige kontinuierliche Erfassungssysteme haben somit nicht zur Reduktion von Krankenhausinfektionen geführt, dies gilt ganz besonders für das KISS-System.
Gerade durch die Aufklärungsarbeit der DGKH wurden Fortschrittein den letzten Jahren erreicht. Dazu zählen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2011 und das Hygieneförderprogramm der Bundesregierung. Ebenso sind die Initiativen des G-BA hilfreich, z.B. das QS-Modul zur Erfassung postoperativer Wundinfektionen.
Weiterhin fehlt aber eine Zielformulierung für die Aufgabe der Reduktion von nosokomialen Infektionen. In anderen Bereichen haben sich visionäre Ziele „Null“ erfolgreich etabliert: Im Arbeitsschutz, im Straßenverkehr, in der Nuklearindustrie, im Flugverkehr. In diesen Bereichen ist jeder Tote, jeder Unfall einer zuviel. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) formuliert es so: „Wir reden mithin nicht darüber, wie wir in zehn Jahren die Zahlen der Todesfälle um zwanzig Prozent senken können, sondern wir orientieren unsere Präventionsstrategie klar an der Vision Zero.“
Um die Zahl der Krankenhausinfektionen wirksam zu senken, bedarf es auch im Gesundheitswesen einer Vision Null Infektionen. Schon heute ist bewiesen, dass mit hygienischen Maßnahmen allein das Reduktionspotential bei mindestens 50 % liegt, teilweise noch höher. Wenn die Zahl der Krankenhausinfektionen auf mittlere bis lange Sicht gegen Null gehen soll, dann wird dies nicht nur über Hygiene gehen. Es bedarf struktureller Maßnahmen – moderne Krankenhausbauten, mehr Personal – , aber auch neuer Antibiotika, neuer Therapieformen usw. Eine Vision Null Infektionen bietet somit Chancen nicht nur für die Hygiene, sondern für die Krankenhäuser selbst und für die Industrie. Eine derartige Vision als gemeinsame Strategie wird auch Gelder freisetzen, da der Druck auf die Politik steigen wird.

Der Vortrag stellt die derzeitige Situation dar, die Visionen „Null“ in anderen Bereichen und das mögliche weitere Vorgehen.


Autor
W. Popp
(HyKoMed GbmH, Dortmund)

 

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