Aktuelle Hygienefragen – beantwortet von Bioscientia ZHI – Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention

Frage: Wie sollte steriles Einmal-Material auf Spritzentabletts oder Blutentnahmetabletts gelagert werden?

Antwort des ZHI: Bei der Lagerung von sterilen Materialien (z.B. Kanülen, Braunülen, etc.) ist zu beachten, dass nur Medizinprodukte zum alsbaldigen Gebrauch ungeschützt gelagert werden sollen. Dies wird konkret als eine Lagerdauer von 48 h ausgelegt.
Die Grundlage hierfür entsteht aus der RKI-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“, die auf die DIN-Norm 58953 (Sterilisation – Sterilgutversorgung) verweist. Praktisch bedeutet dies, dass steril verpackte Medizinprodukte immer kontaminations- und staubgeschützt gelagert werden müssen, z.B. in einem geschlossenen Schrank oder einer geschlossenen Box. Nur dann ist das vom Hersteller angegebene Haltbarkeitsdatum verbindlich. Bei offener Lagerung z.B. auf einem Spritzentablett oder einer Arbeitsfläche sollte nur der Tagesbedarf bereitgelegt werden, da nach spätestens 48h ein Verwerfen der Artikel notwendig wird.

Dr. med. Edgar Sattinger

Literatur: „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“, Bundesgesundheitsbl 2012 · 55:1244–1310.

 

Leserfrage hierzu:

Frage: Wie verhält es sich mit Materialien auf einem Spritzentablett, die mit insPatientenzimmer genommen werden (z.B. für den Fall das man evtl. eine zweite

Kanüle benötigt und nicht unnötig wieder hin und her laufen muss) und dann bei dem
besagten Patienten nicht benötigt werden. Welche Empfehlung kann dazu abgegeben
werden?

Antwort des ZHI:
Entscheidend hierbei ist die Basishygiene, insbesondere die Händehygiene. Die
Materialien, die zur Punktion/Anlage benötigt werden, können kontaminationsfrei vor
der Punktion (z.B. nach der hygienischen Händedesinfektion) vom Tablett entnommen
werden. Ein Zurücklegen von Materialien auf das Tablett sollte nicht erfolgen. Müll
sollte direkt entsorgt und nicht aufs Tablett gelegt werden.Bei diesem Vorgehen
müssen die auf dem Tablett verbliebenen Einmalmaterialien nicht entsorgt werden.
Kommt es jedoch trotzdem zu einer sichtbaren oder plausiblen Kontamination, sind die
Einmalmaterialien zu verwerfen bzw. bei wiederverwendbaren Materialien
desinfizierend aufzubereiten.

Dr. med. Edgar Sattinger

 

Frage: Müssen OP-Patienten präoperativ ihren Nagellack und künstliche Fingernägel entfernen? Was gilt hier gerade bei Hand- und Fuß-OPs? Muss ggf. sogar die OP abgesagt werden, wenn der Patient diese Applikationen nicht entfernen möchte?

Antwort des ZHI: Für medizinisches Personal gibt es sehr eindeutige Empfehlungen, bei der Arbeit am Patienten keine künstlichen Fingernägel bzw. Nagellack zu tragen, da dies den Erfolg einer Händedesinfektion beeinträchtigt (1, 2). Deutlich weniger Einigkeit findet man bei der Frage, ob auch der OP-Patient selbst im OP-Saal diesen Empfehlungen folgen muss. Aufgrund der allgemein akzeptierten Wichtigkeit der Händehygiene ist man als Hygieniker sehr geneigt, dies zu bejahen, insbesondere dann, wenn Nagellack und künstliche Fingernägel direkt im OP-Gebiet liegen, wie zum Beispiel bei Hand- und Fuß-OPs.

...

Weiterlesen?
Laden Sie sich den Artikel kostenlos aus Ausgabe 2 der HYGIENEmanagement Praxis hier als pdf-Datei herunter.

Sie möchten gern die gesamte Ausgabe lesen?
Die Print- und Digitalausgabe finden Sie in unserem Shop. Selbstverständlich können Sie HYGIENEmanagement auch bequem im Abonnement beziehen.

Literatur
1. KRINKO 2016: Empfehlungen zur Händehygiene
2. TRBA 250, GMBl 2014, Nr. 10/11 vom 27.03.2014 mit 4. Änderung vom
2.5.2018, GMBl Nr. 15

HP-Praxis-Logo-NL-276px

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.