Brandwunden – Rehabilitation notwendig?

Autorin: Eva Aumann

In Deutschland erleiden jährlich ca. 20.000 Erwachsene und Kinder eine thermische Verletzung unterschied lichen Schweregrades. Davon werden etwa 4.000 stationär behandelt.

Ca. 1.200 werden intensivpflichtig behandelt. Durch die gut organisierten Rettungssysteme, hohe Qualität in Akut- und Intensivbehandlung in modern ausgestatteten Brandverletzten zentren sowie Innovationen bei Hautersatzverfahren überleben etwa 4/5 der Brandverletzten. 

Gemessen an den bundesweiten fast 17 Millionen Krankenhauspatienten im Jahr, handelt es sich bei Brandverletzen um eine relativ kleine Gruppe Patienten mit hohem Betroffenheitsgrad. Die gesamtgesellschaftliche Wertvorstellung zur körperlichen Intaktheit, Funktionalität und Leistungsfähigkeit stehen in großem Widerspruch zur tatsächlichen Lebensqualität des Brandverletzen, geprägt von weitreichenden Einschränkungen an körperlicher Unversehrtheit, funktionellen Fähigkeiten und sozialer Integrität.

Die durch das Unfallereignis als solches, die Zeit der Intensivbehandlung, eingetretene Einschränkungen und veränderte Lebensumstände entstandene psychische Belastung bedarf einer besonderen Beachtung. Spezielle medizinische Nachbehandlung, mit Augenmerk auf die psychische Betreuung, ist eine Anforderung, um Erfolge der Akutbehandlung zu stabilisieren und Beeinträchtigungen zu vermindern oder zu kompensieren. So werden optimale Voraussetzungen für eine umfassende Reintegration Brandverletzter geschaffen.

Extremes Betroffensein von Körperstrukturen und Körperfunktionen, psychische Reaktionen und Auswirkungen auf das soziale Umfeld verlangen nach einem einheitlichen und individuell abgestimmten Nachsorge- und Rehabilitationsprogramm. Hier gilt es Folgeschäden zu minimieren bzw. zu kompensieren. Im Hinblick auf funktionelle Einschränkungen, die kommunikative und ästhetische Bedeutung der sichtbaren Hautpartien (s. Abb. 1), bekommt die Narbenentwicklung eine besondere Bedeutung. Zeitgleich sind vegetative Funktionen zu stabilisieren, Kraft und Ausdauer zu trainieren sowie Körperaktivitäten zu verbessern. Die Bewältigung der psychologischen Reaktionen beim Betroffenen, aber auch bei Personen aus dem sozialen Umfeld, benötigen eine erfahrene psychotherapeutische Betreuung.

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Foto: www.cicatrix.de

Tags: Brandwunden
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