Die Wunde braucht ein Theater – 2. WUNDSlam in Köln entschieden

Worte mit Stil

Die Messlatte für den 2. WUNDSlam in Köln hing hoch nach dem Dortmunder-Debüt im vergangenen Jahr. Unter der erstmaligen Schirmherrschaft der Initiative Chronische Wunden (ICW) versprach die Organisatorin des diesjährigen Wettstreits Inga Hoffmann-Tischner (Wundmanagement Köln) Spannung bis zum Schluss – und hielt Wort. Im voll besetzen Kölner Künstler Theater in Köln-Ehrenfeld moderierten sie und Carsten Hampel-Kalthoff (OrgaMed Dortmund) mit Witz und Charme das neue linguistische Veranstaltungsformat der Wundversorgung. Bestens aufgelegte Slammerinnen und Slammer lieferten dem Publikum auf hohem Niveau mit unterschiedlichen Stilmitteln unterhaltsame Einblicke in ihre Arbeitswelten. Nach einem Grußwort der ICW-Vorsitzenden Veronika Gerber startete der 2. WUNDSlam.

Das Programm

Georg König aus Augsburg heizte gleich zu Beginn die Stimmung mit rockigen Texten und Akkorden an. Der Refrain seines Titels „Wundrand, Wundgrund, keine Heilung in Sicht“ hallte mit Hitpotenzial ohrenbetäubend laut durch die Ehrenfelder Theaterränge.
Der 2. Slammer Jörg Priemke aus Bochum setzte demgegenüber auf leisere Töne. In Anlehnung an Martin Luther verkündete er in Mönchskluft den fachkundigen Zuhörern die „Thesen in der Wundversorgung“. Priemkes´ Kernbotschaften lauteten: „Im Mittelpunkt steht der Mensch“ und „Nur saubere Wunden können heilen“. Kurz vor dem Ablauf seiner 10-minütigen Redezeit zog er mit der rhetorischen Floskel „Wer in der Wunde rumnäht, kriegt nicht immer die meisten Moneten“ die Sympathien und den lautstarken Beifall auf seine Seite.
Dem Kampf mit dem Keim widmete sich der erste Gruppenslam des Abends, der von der everkusener Hubertus Apotheke geboten wurde. Die tour d´horizon durch die mikrobiologischen Sphären der Wunde und der Slogan „Gesunde Haut muss trocken und sauber sein, dann ziehen keine Keime ein“ bescherten dem 8-köpfigen Team einen tosenden Applaus.
Die Slammerin Nadja Schollmeier aus Mannheim konzentrierte sich im Anschluss mit „Kunigundes Lovestory“ auf das Verhältnis einer Patientin zu ihrer Wunde. Ihr gelang es auf äußerst einfühlsame Art die soziale Isolation als mögliche Ursache für einen verzögerten Heilungsverlauf darzulegen.
Der 5. Slammer, Jan Schmidt, stellte sich als Albert Einstein vor. Er brachte dem faszinierten Publikum die osmotische Kraft des Honigs nah. Unterstützt wurde er dabei durch seine Teamkollegen von Principelle Deutschland mit einer komödiantischen Balletteinlage aus dem Reich der Biene Maja.

Die Siegerin

Wenngleich alle Slammerinnen und Slammer mit ihren souveränen Performances das Publikum begeisterten, konnte es nur einen Sieger geben. Unter den wachen Augen und offenen Ohren des Kölner Rechtsanwalts Prof. Dr. Volker Großkopf wurde der Sieg des 2. WUNDSlams regulariengerecht an der Intensität des Jubels ausgerichtet.

Nach einem spannenden Applausfinale tobte und klatschte das Publikum für Nadja Schollmeier schließlich am längsten und lautesten. Glücklich nahm die Mannheimer Wund-Slammerin den Sieger-Pokal entgegen. „Freude über den Sieg und Motivation für die Arbeit“ nehme sie aus Köln mit nach Hause in die Kurpfalz. 

Ein außergewöhnlicher Wettstreit ist entschieden. Allen Kandidaten ist es gelungen ihre Themen zu vermitteln und ernste Hintergründe in einen würdig-unterhaltsamen Rahmen zu kleiden. Auch mit dem abschließenden „Chapeau“ des Co-Moderators Carsten Hampel-Kalthoff wurde daher das rechte Wort zur rechten Zeit gesprochen. Abschließend bedankte sich die Organisatorin Inga Hoffmann-Tischner bei den verschiedenen privaten Unterstützern der Veranstaltung ohne die ein Gelingen nicht zu garantieren gewesen wäre.

 

Autor: Michael Schanz
Chefredakteur Rechtsdepesche, Köln
Artikel aus Ausgabe 06/2017 WundManagement

Foto: Wundmanagement Köln 
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