Gemeinsam mehr Druck machen – aber dies an der richtigen Stelle!

Wie viele Patienten sind betroffen?

Wie auch bei anderen Krankheiten, so sind die tatsächlichen Zahlen des Auftretens von Dekubitus nicht bekannt. In Krankenhäusern rechnet man mit ca. 10 Prozent aller Patienten, in Pflegeheimen bis zu 30 Prozent [1]. Problematisch wird es schon bei der Bestimmung der genauen Zahlen: Zählt man Dekubitus Kategorie 1 mit oder rechnet man erst ab offenen Wunden“, also Kategorie 2? Deutschlandweit gehen wir derzeit von rund 400.000 Patienten pro Jahr aus [2]. Da die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Dekubitus mit steigendem Alter zunimmt und in Zukunft immer mehr ältere Menschen mit längerer Immobilität zu befürchten sind, müssen wir in einigen Jahren höhere Zahlen von Dekubitus erwarten.

Druck von allen Seiten?

Doch Druck kommt auch von einer anderen Seite: Erfolgreiche Dekubitusprophylaxe hängt vor allem von qualifizierten und ausreichend vorhandenen Pflegekräften ab! Denn wer soll den Betroffenen Bewegen, Positionieren oder Anti-Dekubitusmatratzen einsetzen, wenn es Pflegekräfte nicht tun können? Doch die Realität macht Angst: In den letzten 20 Jahren ist

die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern rückläufig. In den Pflegeheimen besteht nach wie vor das Problem, geeignetes und motiviertes Personal zu finden. In der  ambulanten Pflege werden die Maßnahmen der Dekubitusprävention nicht vergütet. All diese Vorstellungen bringen uns dazu, die vorhandene Situation nicht einfach hinzunehmen, sondern sich aktiv für eine bessere Versorgung der Betroffenen nachhaltig einzusetzen: Wir müssen mehr Druck machen, um die politischen Vorgaben endlich zu beeinflussen und zu verbessern!.... hier geht es zum vollständigen Artikel: 231_232_Schro-der_Druck_CC-Kopie (PDF, 235 KB) 

Autor: Gerhard Schröder
Artikel aus Wundmanagement 05/2017

 

Literatur: 

1. Lahmann, Dassen, Kottner: Die Häufigkeit von Dekubitus in deutschen Krankenhäusern, In: Das Gesundheitswesen, Thieme Verlag 2012: Stuttgart.
2. Robert Koch Institut/Statistisches Bundesamt (2005): Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 12/2005: Dekubitus. Selbstverlag: Berlin.

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