Inhaltsübersicht Ausgabe 06/2017 WundManagement

Aktuelles

  • Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ aktualisiert
  • Neue Fischhaut-Matrix zur Behandlung chronischer Wunden
  • BVMed informiert: Moderne Wundversorgungsprodukte sind weiterhin erstattungsfähig
  • Abschlussbericht zum MEDCARE Kongress mit Fachausstellung in Leipzig
  • Europäischer Gesundheitskongress endet mit Besucherrekord
  • Der DGG-Förderpreis für Interdisziplinäre Altersforschung verliehen
  • Ab 1.1.2018: Kostenfreier OPEN-ACCESS-Service für die VAH-Liste Online
  • Antidekubitustag 2017

 

Übersichtsarbeit

Diagnostik und Bedeutung der Polyneuropathie beim Diabetischen Fußsyndrom

A. Risse

WundManagement 2017; 11 (6): 276–282.

SCHLÜSSELWÖRTER: Diabetisches Fußsyndrom, Mikroangiopathie, DFS, Amputation, Leib, leibliche Ökonomie, Leibesinselschwund, Anthropologie, Körperschemastörungen, Gefäßmedizin, Angiologie, Gefäßchirurgie, PTA, Hybridoperationen, Vorfußentlastungsschuh, Offloading, Vacodiaped, Polyneuropathie, autonome Neuropathie, symmetrisches, sensibles Polyneuropathie-Syndrom

Die diabetische Polyneuropathie ist die einzige notwendige und gleichzeitig zureichende Bedingung für die Entstehung, Permanenz und die Rezidive des DFS. Ein gelegentlich hinzutretende paVk beschleunigt den Verlauf und erfordert schnelle gefäßmedizinisches Handeln (Bypass, PTA, Hybrid). Wird die Polyneuropathie in ihrer anthropologischen Bedeutung (Leibesinselschwund) unterschätzt, kommt es zu regelhaften Therapieverzögerungen (Patienten gehen zu spät zum Arzt, Ärzte handeln verzögert). Sogenannte „Vorfußentlastungsschuhe“ induzieren Katastrophen beim Versuch der Druckentlastung. In Krankenhäusern wird vergessen, die Bretter zu entfernen. So entsteht eine iatrogenen, also ärztlich verschuldete, kompressionsbedingte Mikroangiopathie. Ein autochthone Mikroangiopathie als Verschluss der kleinsten Gefäße am Fuß bleibt ein beharrlicher Mythos bei Patienten und Laientherapeuten. Am Ende des Kapitels folgt die Schilderung der tragenden Dimension menschlicher Existenz: Der Leib als dasjenige was in der Gegend des Körpers unmittelbar gespürt wird. Entfaltet werden dann die Konsequenzen einer Störung der leiblichen Ökonomie, die eine schlüssige Erklärung des zum Teil bizarren Patienten- und Therapeutenverhaltens liefern.

 

Übersichtsarbeit

Kritische Extremitätenischämie und Diabetes mellitus im Kontext: Revaskularisation oder Amputation?

H. Diener, C. Behrendt, F. Heidemann, D. Manzoni, S. Carpenter, E. S. Debus

WundManagement 2017; 11 (): 283–292.

SCHLÜSSELWÖRTER: Kritische Extremitätenischämie, Vaskuläre Wunden, Revaskularisation, Diabetes mellitus, Amputation, Lebensqualität

Eine weltweit hohe Inzidenz an Majoramputationen lassen Forderungen nach verbesserten Behandlungsstrategien laut werden, um die Rate an Majoramputationen zu verringern. Dabei sind mehr als 90 % der vorgenommenen Majoramputationen vasculärer und diabetischer Genese. Die Dringlichkeit der Behandlungsbedürftigkeit der akuten und insbesondere der chronischen kritischen Ischämie wird dabei häufig unterschätzt. Die Ergebnisse gehen mit einer anhaltend hohen Morbidität und Mortalität einher. Gefäßmedizinische Zentren konnten hingegen in den letzten Dekaden durch aggressive Revaskularisierungsmaßnahmen eine deutliche Senkung der Amputationsrate bewirken. Deren Bestreben kommt in hohen Beinerhaltungsraten und Offenheitsraten zum Ausdruck. Es gilt heutzutage aber auch das Augenmerk primär auf das klinische Ergebnis und somit die Abheilung chronischer Ulzerationen, das amputationsfreie Überleben und die Lebensqualität der Betroffenen zu richten. In dieser Übersicht werden die klinischen Zeichen, diagnostische Maßnahmen und therapeutische Konzepte bei der chronischen kritischen Beinischämie unter besonderer Berücksichtigung der Diabetiker aufgezeigt. Die Entscheidung, zu revaskularisieren oder zu amputieren wird diskutiert. Dabei ist die Entscheidung individuell zu treffen und Risikofaktoren sowie Komorbiditäten zu berücksichtigen. Zahlreiche Studien belegen jedoch eine rasche und andauernde Verbesserung der Lebensqualität nach Revaskularisation. Eine Majoramputation ist nach gültiger Meinung bei eintretender Sepsis aufgrund chronischer Ulzerationen, ausgedehnten Nekrosen sowie bei bettlägerigen Patienten mit Kontrakturen und nicht beherrschbaren Ruheschmerzen indiziert. Hohes Alter stellt an sich keine Kontraindikation zur Revaskularisation dar.

 

Experimentelle Studie

Der Einfluss eines Zink- und Eisen-haltigen Wundgels auf die Wundheilung in Kombination mit einem semi-okklusiven Folienverband

S. C. Davis, J. Gil, J. Valdes, R. Treu, M. Solis, W. H. Eaglstein, T. Eberlein

WundManagement 2017; 11 (): 293–297.

SCHLÜSSELWÖRTER: Feuchte Wundheilung, hydroaktives Lipogel, Epithelisierung, Spurenelemente

Im Vergleich zu trockener Behandlung führt moderne feuchte Wundheilung, wie sie z. B. durch den Einsatz von semi-okklusiven Folienverbänden oder auch mittels einer Anzahl lokaltherapeutischer Produkte aus dem sogen. OTC-Bereich (over-the-counter; also frei verkäuflich) erzielt werden kann, zu einer schnelleren Abheilung der Wunde bei reduziertem Wundschmerz sowie besseren kosmetischen Ergebnissen. In der vorliegenden Studie wurde am etablierten Schweinehautmodell der Effekt von mehreren topischen OTC-Wundheilungspräparaten bei der Anwendung unter einem semi-okklusiven Folienverband untersucht. Jede der iatrogenen Wunden wurde täglich mit dem Folienverband und einem von drei OTC-Wundheilungspräparaten (Dexpanthenolsalbe, hydroaktives Kolloidgel, hydroaktives saures Lipogel mit Zink und Eisen) behandelt. Die Wunden in der Kontrollgruppe wurden entweder unbehandelt und offen an der Luft belassen oder nur mit Folie abgedeckt. Bei der täglichen Bewertung des Reepithelisierungsgrades der Wunden zeigte sich, dass keines der OTC-Wundheilungspräparate die Heilung gegenüber der Behandlung mit Folienverband allein verzögerte. Jedoch konnte nur ein Präparat, das hydroaktive saure Lipogel, die Epithelisierung gegenüber der alleinigen Okklusivbehandlung signifikant verbessern.

 

Anwendungsbeobachtung

Die extrakorporale Stoßwellentherapie in der Behandlung chronischer Wunden in der Wundsprechstunde – Ein Erfahrungsbericht

C. Moosmann, C. Grabosch, B. Jänigen

WundManagement 2017; 11 (): 293–303.

SCHLÜSSELWÖRTER: ESWT, extrakorporale Stoßwellentherapie, radiale umfokussierte ESWT, rESWT, lineare fokussierte Stoßwellentherapie, Stimulation von chronischen Wunden

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (Abkürzung: ESWT) wird seit Beginn der 80er Jahre in der Urologie zur Nierensteinzertrümmerung eingesetzt und hat sich auch in der Orthopädie zur Behandlung von Pseudarthrosen und Sehnenansatzverkalkungen etabliert. In den letzten Jahren wird die ESWT vermehrt in der Behandlung chronischer Wunden eingesetzt. Mit Stoßwellen kann nicht-invasiv Energie in Wunde und Wundumgebung appliziert werden, um eine wundheilungsfördernde Wirkung auszulösen. In der Literatur sind Gefäßneubildungen, lokale Durchblutungsförderung, Ausschüttung von Wachstumsfaktoren, Fibroblastenstimulation, antibakterielle Effekte und die Unterdrückung von pro-inflammatorischen Prozessen beschrieben. In der Praxis werden die radial unfokussierteund die linear fokussierte ESWT zur Behandlung chronischer Wunden eingesetzt. Eine erste randomisierte Studie von Moretti et al. 2009 gibt Hinweise, dass die Wundheilung durch ESWT beim diabetischen Fussyndrom positiv beeinflusst werden kann, allerdings ist das Evidenz-level gegenwärtig noch niedrig. In der Wundsprechstunde der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Uniklinik Freiburg wurden seit 2010 chronische Wunden bei über 600 Patienten mit ESWT behandelt. Dieser Artikel soll die Erfahrungswerte aus dem praktischen Alltag mit der radial unfokussierten- und der linear fokussierten ESWT in der Behandlung chronischer Wunden wiedergeben.

 

Stellungnahmen

Wunde auswischen - aber wie?
A. Schwarzkopf

Pflegelexikon

Möglichkeiten der Keimreduktion in  Wunden, Teil 1
K. Protz

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