PDF Ausgabe - Hygiene & Medizin 7+8/2018

- Artikel-Nr.: HM-07-08-2018-PDF
- Details: Zeitschrift, Einzel-Ausgabe, PDF-Ausgabe
- Extras:
Digitale PDF Ausgabe 07+08/2018 der Zeitschrift Hygiene & Medizin
Themen:
Aktuell
- Krankenhauskeim MRSA: Neues Antibiotikum entdeckt
- HPV-Impfempfehlung für Jungen veröffentlicht
- Neuartiges Hepatitis-B-Virus bei Kapuzineraffen entdeckt
- Gonorrhö-Fälle mit ausgeprägter Antibiotika-Resistenz und Therapieversagen in Australien und Großbritannien
Übersichtsartikel · Review
- Ursel Heudorf *, Jürgen Krahn, Martin Just, Markus Schimmelpfennig, Martin Exner*
Menschen mit multiresistenten Erregern (MRSA, ESBL/MRGN) im Altenpflegeheim und in der ambulanten Pflege – Zur Frage der ärztlichen Risikoanalyse nach KRINKO, 2014 - Johanna Bleker
Die Deutschen Hygieniker und der Nationalsozialismus
Mitteilungen der kooperierenden Gesellschaften
Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene
- Erratum zur DGKH-Mitteilung aus Hyg Med 2018; 43 (3) Hygienische Aspekte in der augenärztlichen Praxis
Verbund für Angewandte Hygiene
- Anforderungen an die Zertifizierung von viruswirksamen Verfahren für die VAH-Liste – Modalitäten für die Antragstellung
Fallbericht
- Nina Parohl, Sabine Edlinger, Kerstin Mehring, Nicole Lurz, Daniela Toma, Adrian-Atila-Nicolas Doevelaar, Timm Westhoff, Birgit Bigalke, Walter Popp:
Wahrscheinliche Legionellose-Erkrankung durch regelmäßiges Spülen wenig genutzter Wasserauslässe
Referate
- Multiresistente Erreger und Antibiotic Stewardship: Wo stehen wir und wo besteht noch Forschungsbedarf?
- Kosteneffektivität eines Antibiotic-Stewardship (ABS)-Programms: Werden die Personalkosten durch Einsparungen an anderer Stelle kompensiert?
Veranstaltungen
- Der Öffentliche Gesundheitsdienst – jetzt erst recht!?
68. Wissenschaftlicher Kongress von BVÖGD und BZÖG, 26. – 28. April 2018 in Osnabrück - Multiresistente Erreger – 18. Forum für Hygiene und Infektiologie des MVZ Labor Dr. Limbach am 20. Juni 2018, Mannheim
Rubriken:
- Blick ins Buch
- Bücher
- Industrie | Jobs
- Termine
- Impressum
Übersichtsartikel
Ursel Heudorf *1, Jürgen Krahn2, Martin Just3, Markus Schimmelpfennig4, Martin Exner5
1 MRE-Netz Rhein-Main, Frankfurt
2 MRE-Netz Südhessen, Darmstadt
3 MRE-Net Mittelhessen, Marburg
4 MRE-Netz Nordosthessen, Kassel
5 Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit, Universität Bonn
Menschen mit multiresistenten Erregern (MRSA, ESBL/MRGN) im Altenpflegeheim und in der ambulanten Pflege – Zur Frage der ärztlichen Risikoanalyse nach KRINKO, 2014
Zusammenfassung
Alle Einrichtungen, auch Altenpflegeheime und ambulante Pflegedienste müssen in der Lage sein, Menschen mit multiresistenten Erregern angemessen zu versorgen. In der Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zu „Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen“ aus dem Jahr 2014 wird eine ärztliche Risikoanalyse zur Festlegung der in den jeweiligen Einrichtungen individuell zu beachtenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen gefordert.
In dem vorliegenden Beitrag werden die Fragen dieser Risikoanalyse vorgestellt. Die anhand aktueller Studienergebnisse zur Prävalenz von Risikofaktoren bei Bewohnern von Altenpflegeheimen und Klienten von ambulanten Pflegediensten im Rhein-Main-Gebiet vorgenommene Risikobetrachtung kommt zu denselben Einschätzungen und Maßnahmen, wie sie bereits in der Empfehlung der KRINKO „Infektionsprävention in Heimen“ im Jahr 2005 publiziert wurden. Die routinemäßige Umsetzung dieser Empfehlungen der KRINKO aus dem Jahr 2005 kann demnach auch im Sinne der im Jahr 2014 geforderten Risikoanalyse als ausreichend angesehen werden. Im Zweifelsfall soll eine Fall-bezogene Abstimmung mit dem behandelnden Arzt oder ggf. mit Ärzten des zuständigen Gesundheitsamtes erfolgen.
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Übersichtsartikel
Johanna Bleker
Die Deutschen Hygieniker und der Nationalsozialismus
Der Artikel befasst sich mit der Frage, inwieweit die Vertreter der Hygiene in den Jahren 1933–1945 in fachspezifischer Weise mit der Rassen- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zu tun hatten. Dass die Hygiene mehr als andere medizinische Disziplinen in den Sog der nationalsozialistischen Rassen- und Gesundheitspolitik geriet, war nicht nur dem prägenden Einfluss rassenhygienischer Ideen geschuldet, sondern lag vermutlich auch an der Orientierung der Hygiene auf das Gemeinwohl und an ihrer traditionellen Verflechtung mit staatlichem Verwaltungshandeln. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Entfernung der als antifaschistisch oder als „nicht arisch“ bezeichneten Kolleginnen und Kollegen aus allen öffentlichen Ämtern, aus den Universitäten und Fachvereinen und aus der kassenärztlichen Tätigkeit. Diese Vertreibung wurde ohne Bedauern hingenommen und bis heute nicht mehr thematisiert. Es gab auch keinen Widerstand gegen die eugenisch legitimierte Zwangssterilisation von 400.000 angeblich „erblich minderwertigen“ Menschen, deren Erfassung im Wesentlichen durch die Amtsärzte in den öffentlichen Gesundheitsämtern betrieben wurde. Namhafte Bakteriologen und Serologen und führende Persönlichkeiten des zivilen und militärischen Gesundheitswesens benutzten KZ-Häftlinge und Anstaltsinsassen für Infektions- und Impfexperimente, die später als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet und teilweise auch geahndet wurden.
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