„Unerkannt unterwegs“ – Der Weltdiabetestag 2021

© Statista. In Deutschland gilt die auch als Zuckerkrankheit bekannte Stoffwechselstörung mittlerweile als Volkskrankheit. Im Jahr 2019 war etwa jede:r Zehnte in der Bundesrepublik Diabetiker:in. Weltweit leiden schätzungsweise 537 Millionen Menschen an Diabetes, wie die Grafik von Statista zeigt. Bis 2045 soll die Zahl der chronisch Erkrankten laut der internationalen Diabetes Federation noch einmal deutlich zunehmen - um rund 46 Prozent. Am schnellsten wird sich die Krankheit den Prognosen zufolge im Gebiet des Nahen Ostens und Nordafrika ausbreiten.

© Statista. In Deutschland gilt die auch als Zuckerkrankheit bekannte Stoffwechselstörung mittlerweile als Volkskrankheit. Im Jahr 2019 war etwa jede:r Zehnte in der Bundesrepublik Diabetiker:in. Weltweit leiden schätzungsweise 537 Millionen Menschen an Diabetes, wie die Grafik von Statista zeigt. Bis 2045 soll die Zahl der chronisch Erkrankten laut der internationalen Diabetes Federation noch einmal deutlich zunehmen - um rund 46 Prozent. Am schnellsten wird sich die Krankheit den Prognosen zufolge im Gebiet des Nahen Ostens und Nordafrika ausbreiten.

 

Den Weltdiabetestag gibt es seit 1991 und er wird von Anfang an jeweils unter ein besonderes Motto gestellt. Seit 2007 ist der Weltdiabetestag ein offizieller Tag der Vereinten Nationen und wird jeweils am 14.11. begangen. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Unerkannt unterwegs“.

 

Anlässlich des Welttages stellten Expert*innen der Deutschen Diabetes-Hilfe e.V. bekannte und gefürchtete Komplikationen, wie das Diabetische Fußsyndrom und die Diabetische Retinopathie vor, aber auch weniger bekannte Begleiterkrankungen wie Beeinträchtigungen der Zahngesundheit. Eine Übersicht der gehaltenen Vorträge zu Begleit- und Folgekrankheiten finden Sie hier. Zwei der Vorträge möchten wir Ihnen besonders ans Herz legen:

  • Bloggerin Stephanie Haak spricht in ihrem Vortrag über ihre ganz persönliche Erfahrung mit der Diabetes-Diagnose, über das Leben mit Diabetes und über ihre Polyneuropathie.

  • In seinem Vortrag zeigt Prof. Dr. Ralf Lobmann die aktuellen Entwicklungen in der Therapie des Diabetischen Fuß-Syndroms.

 

Digitalisierung ist nicht immer das A und O: Beispiel Einlagenversorgung


In einer Pressemitteilung vom 16.11.2021 fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG),  dass eine Online-Bestellung von Einlagen Qualitätsstandards nicht erfüllen kann, denn Diabetische Füße gehören in professionelle Hände.

Schutz und Pflege der Füße haben für Menschen mit diabetischem Fußsyndrom oberste Priorität. Bei ihnen können sich bereits aus kleinsten Verletzungen und Druckstellen chronische Wunden entwickeln, die nur schwer zu therapieren sind. Hierbei spielt die Polyneuropathie und die daraus folgende fehlende Sensibilität der Füße eine Rolle. Es kommt zu Verletzungen, die nicht bemerkt werden. Im schlimmsten Fall müssen Zehen, der Vorfuß oder sogar der Unterschenkel amputiert werden. Schutzschuhe und individuell angefertigte Einlagen zählen für die Betroffenen daher zu wichtigen medizinischen Hilfsmitteln. Diese müssen professionell gefertigt und individuell angepasst werden.


Laut DDG kann die kontaktlose Bestellung von Einlagen im Internet – wie sie die BARMER Krankenkasse bis vor einigen Wochen ihren Patientinnen und Patienten noch anbot und wofür die TK bereits ein Ausschreibungsverfahren initiiert hat – das professionelle Anpassen keinesfalls ersetzen. In einer Stellungnahme warnt die Fachgesellschaft vor möglichen Gefahren für die Patienten:

Der gesamte Prozess der Einlagenversorgung müsse professionell begleitet werden, betont auch DDG Präsident Prof. Dr. med. Andreas Neu, Kommissarischer Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie und Sozialpädiatrie an der Universitäts-Kinderklinik Tübingen. „Das fängt mit der Untersuchung und Indikationsstellung durch einen spezialisierten Facharzt an, führt über die fachkundige Druckabnahme, Herstellung und Anpassung durch Orthopädie-Schuhtechniker und endet erst mit der professionellen Abnahme der Einlage“, so Neu.

Dieser mehrstufige Prozess lasse sich nicht online abwickeln – auch nicht in Teilen. Online-Bestellungen, die die Anfertigung eines 2D- oder 3D-Abdrucks allein den Patienten überließen, seien deshalb hochproblematisch. Auch die Abnahme der fertigen Einlage müsse zwingend im direkten Patientenkontakt erfolgen. Die Einheit von Einlage und Schuh müsse direkt am Fuß des Patienten betrachtet und sowohl im Stehen als auch im Gehen beurteilt werden. „In Anbetracht des enormen Gefahrenpotenzials, das von ungeeigneten Einlagen oder Schuhen ausgeht, ist eine Beratung nur per Telefon oder Video auf keinen Fall ausreichend“, sagt Neu. Wer hier sparen will, gefährde den Behandlungserfolg und letztlich auch die Füße und Beine der Patientinnen und Patienten.

Den Besonderheiten und Missständen bei der Diagnostik und Bedeutung der Polyneuropathie beim Diabetischen Fußsyndrom hat sich Diabetologe Dr. Alexander Risse gewidmet. Den Artikel aus WUNDmanagement können Sie hier als pdf downloaden. 

 

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