Veranstaltungsberichte - Symposium der SAfW D-CH in Zürich

Das diesjährige Symposium der Deutschschweizer Sektion der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung (SAfW) stand unter dem Thema „Wundbehandlung im rasanten Wandel des Gesundheitssystems“. 262 Teilnehmende kamen zu dieser Veranstaltung in das prosperierende Quartier des Technoparks Zürich.

Das Eröffnungsreferat hielt Herr Prof. Dr. med. Thomas Szucs. In seinem Beitrag erläuterte er eingehend die Komplexität des schweizerischen Gesundheitswesens aus Sicht eines Verwaltungsratspräsidenten einer großen Krankenkasse der Schweiz und zeigte, dass die Wundpflege ein bedeutender Bereich des Gesundheitswesens ist. Herr Szucs anerkannte, dass der Druck auf die Berufs-Personen, die Wundpflegematerial anwenden hoch ist, da die wissenschaftlichen Grundlagen für belastbare ökonomische Versorgungsstudien dünn sind. Dies obwohl nachvollziehbar sei, dass innovative Versorgungsmaterialien für Wunden eine höhere Heilungsrate bewirken könne.

Anschließend an dieses Referat stellten Vertreter der Spitex- (Herr Max Moor), Alters- und Pflegeheime (Herr Vincenzo Paolino) und Akutspitäler (Herr Dr. med. Jürg Traber) ihren Standpunkt dar. Dieser Erste Teil des Symposiums wurde mit einer Podiumsdiskussion mit reger Beteiligung des Plenums abgerundet.

Nach der Kaffeepause konnten gemäß der individuellen Interessen entweder Vorträge über «basic wound management» oder «advanced wound management» besucht werden. Bei der «basic wound management» Session wurde von Herrn Thomas Bonkowski einen Überblick zum Thema Empathie und Wundpflege gegeben. Frau Dr. Myrta Kohler zeigte auf, dass sich Schulung und Fallbesprechungen zu Inkontinenz bei Menschen mit Demenz auf die Belastung der Pflegepersonen positiv auswirkt. Herr Dr. med. Thomas Zehnder präsentierte im letzten Vortrag dieser Session Resultate einer Pilot-Umfrage von Mecon zur Zufriedenheit von Patienten mit Wunden und eine zweiten Umfrage zu den Erwartungen von Hausärzten und Hausärztinnen in Bezug auf Wundpatienten an Spitex, Wundspezialisten und Wundzentren.

In der «advanced wound management» Session erläuterte Dr. med. Thomas Eberlein Interessantes über den Einfluss unterschiedlicher Wundspüllösungen auf die Reduktion sessiler, nicht-planktonischer Bakterien im Rahmen der Nass-Trocken-Phase. Herr Patrick Bindschedler stellte Ergebnisse zu pH-Messungen und Messungen zur Wundtemperatur in chronischen Wunden vor. Herr Dr. med. Patrick Buntschu zeigte Ergebnisse einer antiinflammatorischen Therapie beim Ulcus hypertonicum Martorell.

Der Morgen wurde mit einem Firmencasting und einem anschließenden «Speed-Dating» abgeschlossen. Dabei hatten die Firmen, die Wundtherapeutika und –Materialien in der Schweiz vertreiben die Möglichkeit ein Produkt während 5 Minuten so vorzustellen, dass die Sitzungsteilnehmenden Lust auf mehr bekamen, um in Kleingruppen zum jeweiligen Produkt vertiefte Informationen zu erwerben. Ziel war nicht nur eine informative Sitzung zu erleben, sondern durchaus auch einer kompetitiven Vorstellungsrunde Plattform zu geben.

Der Nachmittag stand unter einem besonderen Praxisaspekt. Unter anderem fand eine interaktive Auseinandersetzung zum Nutzen und Rahmenbedingungen von e-Health und Digital Health in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Bedarf in der Haut und Wundpflege statt. Des Weiteren konnte man sich im Debridement üben, über die Behandlung chronischer Wunden grundlegenden Produkte, deren Wirkungsweise und die Indikationsgebiete kennenlernen oder aber über klinische Praxisbeispiele von interprofessioneller und interdisziplinärer Zusammenarbeit mitdiskutieren.

Insgesamt gab es viel Zustimmung unter den Besucherinnen und Besuchern zum Konzept der Veranstaltung. Seitens der Referenten fiel besonders auf, mit welcher Fachkompetenz und welchem hohen Wissen viele der Teilnehmenden aufwarteten und wie intensiv sich die fachliche Diskussion gestaltete. Viele Diskussionen zogen sich noch nach dem Ende der einzelnen Beiträge in die Mittagspause oder in die Kaffeepausen hin. Der fachliche Austausch und der Wissenserwerb konnten deutlich von diesem integrativen Konzept profitieren.

Die Abstracts der Vorträge können auf der Hompage der SAfW-D-CH unter www.safw.ch nachgelesen werden.

 

Klicken Sie hier, um die Veranstaltungsberichte herunterzuladen.

 

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