Zwischenergebnisse der Studie NoroPrevent

© Norovirus. iStock.com/decade3d

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Autoren: Martina Michaelis et al.

Zusammenfassung

Schlüsselwörter

Norovirusausbrüche • Kindertagesstätten • Ausbruchsmanagement • Präventionsmaßnahmen • SARS-CoV-2-Pandemie

Im Projekt NoroPrevent werden seit 2017 systematische Informationen zu Norovirusausbrüchen in Kliniken und Gemeinschaftseinrichtungen gesammelt. Dies geschieht mit finanzieller Unterstützung des Fachausschusses Norovirusinfektionsprävention der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV).

 

Hintergrund

In Deutschland existiert bislang wenig Information zum Ausbruchsmanagement bei Norovirusinfektionen in Kindertagesstätten (KITAs). Insbesondere die Identifikation des sog. Indexfalls kann die Ableitung weiterer Maßnahmen zur Eindämmung eines Ausbruchs erleichtern. Die zuständigen Gesundheitsbehörden können Kindertagesstätten beim Ausbruchsmanagement unterstützen, z.B. durch das Zurverfügungstellen einer Checkliste zur Erfassung von Ausbruchsdetails. Dafür die Grundlagen zu schaffen und gleichzeitig Ausbruchsdetails zu sammeln, ist Ziel des von der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruserkrankungen (DVV) initiierten Projekts NoroPrevent, dessen erste Ergebnisse aus Kindertagesstätten hier vorgestellt werden.

Methodik

Von uns entwickelte standardisierte Dokumentationsbögen wurden April 2017 – Dezember 2019 mit Unterstützung der Gesundheitsbehörden ausgefüllt. Zur Einschätzung der Prävalenzentwicklung von Gastroenteritiserregern bei 0 – 4-Jährigen wurden Daten des Robert Koch-Instituts herangezogen. Seit Beginn der SARS-CoV-2- Pandemie im März 2020 wurde die Studie ausgesetzt. Ergebnisse: Es wurden erste Ergebnisse von 16 Kindertagesstätten mit insgesamt 26 Gruppen ausgewertet. In nur drei Ausbruchsfällen wurde der Indexfall ermittelt. In 22 KITA-Gruppen wurden Hände- und Flächendesinfektionsmittel (auch nicht viruzide) bereitgestellt.

Eine Erregerdiagnostik erfolgte in 16 KITAs. Eine räumliche Trennung symptomatischer Kinder, deren Infektion erst in der KITA erkannt wurde und die zunächst noch dort verbleiben mussten, erfolgte in drei von acht Ausbrüchen. Während der SARS-CoV-2-Pandemie kam es unter den Präventionsmaßnahmen quasi zu einem Erliegen von Gastroenteritisinfektionen in der Altersgruppe.

 

Schlussfolgerung

Die Bearbeitung, Erfassung und Auswertung eines infektionslimitierenden Ausbruchsmanagements von Gastroenteritisinfektionen z.B. durch Noroviren auf Einrichtungsebene sollte zügig und standardisiert erfolgen. Hierzu sind die NoroPrevent- Bögen zur freien Verfügung für die zuständigen Gesundheitsbehörden und Kindertagesstätten auf der Internetseite der DVV abrufbar. Aus den Erfolgen der Infektionsprävention während der SARS-CoV-2-Pandemie sollte gelernt und detaillierte Effekte in einer prospektiven Fallstudie überprüft werden.

 

++ Die Originalarbeit finden Sie in HYGIENE & MEDIZIN 11.2021 ++

 

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