13. Hygiene- und Infektiologietag - Kongressbericht

Autor: Gudrun Westermann

Am 16. November fand in Mainz der 13. Hygiene- und Infektiologietag statt. Die ca. 400 Teilnehmer wurden zunächst von Dr. Georg-Christian Zinn, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Hygiene und Infektionsprävention, und von Dr. Oliver Harzer, dem Geschäftsführer der Bioscientia GmbH, begrüßt.

Im ersten Vortrag befasste sich Markus Rupp, Hygienefachkraft, mit der Schnittstelle zwischen Akut- und Reha-Kliniken. Ein Problem ist die immer weiter verkürzte Verweildauer, z.B. nach Hüft-TEP-Operationen in der Akutklinik. Dadurch verschieben sich Teile der Behandlung, z.B. Wundbehandlung und Fädenziehen, in die Reha-Kliniken. Dabei können durchaus in den Reha-Kliniken Situationen wie auf einer Intensivstation herrschen, insbesondere in der neurologischen Rehabilitation. Reha-Kliniken zur Weiterbehandlung sind teilweise schwer zu finden, besonders wenn es um MRE-besiedelte Patienten geht. Herr Rupp betonte, dass jeder Patient ein Recht auf Behandlung hat. Die Voraussetzungen für eine Behandlung müssen also auch bei isolierten Patienten geschaffen werden. Das ist aufwändig und kostspielig, nicht nur, wenn eine Sanierungsbehandlung durchgeführt wird. Eine Dekolonisierung soll grundsätzlich auch in Reha-Kliniken angestrebt werden. Reha-Maßnahmen seien prinzipiell möglich, sofern auf eine Durchführung der Händehygiene geachtet wird. Evtl. sind zusätzliche Maßnahmen, z.B. bei Schwimmbadnutzung, notwendig, wobei die Desinfektion des Wassers kein Problem ist. Wichtiger sei die Desinfektion vor allem der Flächen auf dem Weg zum Schwimmbad.

Eine Rehaklinik ist normalerweise kein Risikobereich, und eine Isolierung ist nicht generell notwendig.

Wichtig sei eine gute Information von Patienten und Personal. Ein wichtiges Hilfsmittel sind Überleitungsbogen für Dokumentation und sicheren Transport, damit hier nicht überzogene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Die Basishygiene und evtl. ein Mund-Nasen-Schutz für den Patienten seien ausreichend.

Auch Dr. Zinn betonte, dass die Basishygiene schon sehr weit reicht; wenn diese funktioniere, müsse man keine Angst haben. Frau Prof. Heudorf erklärte, dass es ein Ziel des MRE-Netzwerks Rhein-Main sei, Situationen in der Reha zu verbessern. Es werde davon ausgegangen, dass Reha-Kliniken die KRINKO-Empfehlung einhalten.

 

Dr. Reimund Hoheisel sprach über die neue RKI-Empfehlung zur Hygiene im OP. Operative Eingriffe steigen stark an, im letzten Jahrzehnt war eine Zunahme um 40% zu verzeichnen. Auch gibt es mehr ältere und hochbetagte Patienten, so dass sich das Risikoprofil verschiebt. Colon-, Bypass- und TEP-Operationen haben das höchste Risiko für SSI in Europa – auch in Deutschland.

Patienten mit SSI verweilen länger und kosten mehr; nicht zuletzt deshalb ist die KRINKO-Empfehlung zur Prävention postoperativer Infektionen geändert worden. Hoheisel stellte die Maßnahmen vor, die sich in prä-, intra- und post-operative Maßnahmen sowie bauliche Maßnahmen unterteilen lassen. Er griff einige Punkte heraus, so z.B. den Mund-Nasen-Schutz. Dieser muss jedes Mal vor einer OP erneuert werden und auch den Bart bedecken. Vom Haarschutz müssen sämtliche Kopfhaare abgedeckt werden. Schmuck, künstliche Fingernägel und Nagellack sind tabu. Handschuhe sollten bei langen oder verletzungsgefährdeten Eingriffen evtl. doppelt getragen werden. Ein Handschuhwechsel vor Einsetzen einer Prothese ist sinnvoll. Eine wesentliche Maßnahme ist es, die Fluktuation im OP gering zu halten und Türen nur in Ausnahmefällen bei Bedarf zu öffnen. [...]

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