Neue Rekorde beim DGSV-Kongress - 23. DGSV-Kongress in Fulda, 2.–4. Oktober 2019

Neue Rekorde beim DGSV-Kongress
23. DGSV-Kongress in Fulda, 2.–4. Oktober 2019
Gudrun Westermann

Der diesjährige Fachkongress zur Aufbereitung von Medizinprodukten der DGSV e.V. fand vom 2.–4. Oktober an gewohntem Ort im Esperanto-Kongresszentrum in Fulda statt. Mit über 1000 Teilnehmern und 32 Fachvorträgen stellte die Veranstaltung einen neuen Rekord auf.

Medizinprodukteaufbereitung bleibt Gratwanderung

Marc Thanheiser (Berlin) bezeichnete in seinem eröffnenden Vortrag die Medizinprodukteaufbereitung als eine herausfordernde Gratwanderung. Er zeigte eine lange Liste verschiedener Arbeitskreise, Komitees und Gremien, die alle Anforderungen formulieren, welche aber nicht immer vollständig kompatibel sind. Zudem werden gesetzliche Vorgaben regelmäßig geändert; hier ist der Betreiber in der Pflicht, sich über die relevanten Änderungen für den eigenen Bereich zu informieren. Erfreulicherweise sei es aber so, dass eine inhaltliche Abstimmung zwischen den einzelnen Gremien immer weiter forciert wird und dadurch die Anwendbarkeit der empfohlenen Maßnahmen für die Anwender steigt. Als positiven Ausblick erklärte Thanheiser, dass die Komplexität der Aufbereitung zunehmend erkannt wird und momentan der Bedarf für einen dualen Ausbildungsberuf geprüft wird.

Einen Blick zurück, aber auch einige nach vorne warf Prof. Dr. Walter Popp (Dortmund), in seinem Vortrag. Er zeigte Fotos – viele vom Anfang der 2000er Jahre –, die zeigten, dass die Situation vor gar nicht allzu langer Zeit noch hoch problematisch war: die Aufbereitung von Medizinprodukten erfolgte in verschiedenen Abteilungen bei unzureichender Trennung von reinen und unreinen Arbeitsbereichen. Durch die gesetzlichen Vorgaben, z.B. Infektionsschutzgesetz und Medizinproduktebetreiberverordnung, aber auch durch die KRINKO/BfArM-Empfehlung zur Aufbereitung hat sich vieles zum Guten verändert. Die verstärkte Beobachtung durch staatliche Überwachungsbehörden ist in diesem Zusammenhang ebenfalls positiv zu sehen. Popp bedauerte, dass die Überwachungsbehörden, die ja über umfangreiche Daten verfügen, nur selten publizieren. Mittlerweile liegt der Fokus auf neuen Problembereichen, z.B. der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen und der Frage, ob sie als kritisch einzustufen und dementsprechend zu sterilisieren sind. Technisierung und Zentralisierung der Aufbereitung werden ebenfalls weiter zunehmen. Dadurch nimmt auch die Verantwortung der AEMP noch zu, und die von der DGSV vorangetriebene umfangreichere Qualifikation des Personals ist in diesem Zusammenhang nur folgerichtig.

Endoskopaufbereitung heiß diskutiert

Christian Neudeck (Leutkirch), beleuchtete das europäische Positionspapier („Reprocessing of flexible endoscopes and endoscopic accessories used in gastrointestinal endoscopy: Position Statement of the European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) and European Society of Gastroenterology Nurses and Associates (ESGENA) – Update 2018“) zur Aufbereitung flexibler Endoskope. Er erklärte, dass das Positionspapier als Expertenkonsens im Sinne einer „Guten Praxis“ zustande kommt und stellte die Unterschiede zur Anlage 8 der KRINKO/BfArM-Empfehlung zur Aufbereitung flexibler Endoskope dar. Die Anlage 8 enthält beispielsweise kaum Hinweise auf den Gebrauch von z.B. Einweg-Kanalbürsten. Auch weitere Fragestellungen, wie Lagerdauer und -bedingungen, Umgang mit Reinigungslösungen, die Zeit bis zur Aufbereitung und viele weitere praktische Aspekte sind nicht klar geregelt.

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