Berufsbild Lymphtherapeut – Berufe rund um die Wunde Teil 3

© Abdullah Sarhan, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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von Martin Motzkus

Was genau ist aber ein Lymphtherapeut und welchen Nutzen hat seine Arbeit in Bezug auf die Behandlung von chronischen Wunden?


Zunächst sind die Ausbildung oder das Studium als Physiotherapeut eine Zugangsvoraussetzung. Die früheren medizinischen Bademeister konnten die Zusatzbezeichnung ebenfalls erwerben.
In der Ausbildung werden neben den theoretischen Grundlagen vor allem Techniken der manuellen Lymphdrainage gelehrt und die Teilnehmer erlernen die Anlage eines sachgerechten lymphologischen Kompressionsverbandes.
Die Ausbildung umfasst 170 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und endet mit einer Abschlussprüfung. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen/mündlichen Teil.
Erst dann darf der so qualifizierte Experte Verordnungen des Arztes durchführen. Die Therapie ist verordnungs- und erstattungsfähig auf Rezept. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.


Wie qualifizieren sich Ärzte auf dem Gebiet der Lymphologie?


Bis heute gibt es „auf dem Papier“ keine standardisierte Facharztweiterbildung zum Lymphologen. Meistens handelt es sich um „lymphologisch interessierte Ärzte“, deren Fachgebiet mittelbar oder unmittelbar mit dem lymphatischen System zu tun hat. Die Fortbildung findet also hauptsächlich auf entsprechenden Kongressen und durch den Bezug einschlägiger Fachzeitschriften statt. Wissenschaftlich organisiert sind die lymphatisch tätigen Ärzte innerhalb der zwei Fachgesellschaften:
Seit 1976 widmet sich die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie (DGL) der Forschung und Lehre auf diesem Gebiet. Dabei wird gemäß ihrer Satzung eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Physiotherapeuten angestrebt.
Die zweite Fachgesellschaft mit wissenschaftlichem Schwerpunkt ist die Gesellschaft Deutschsprachiger Lymphologen (GDL). Diese ist seit 1985 im deutschsprachigen Sektor (D.A.CH.) aktiv, besteht nur aus Ärzten und hat gemeinsam mit der DGL die aktuelle Leitlinie entwickelt (2017).


Zur ärztlichen Sichtweise auf die Lymphologie haben wir Dr. Anya Miller gewinnen können. Sie ist Dermatologin und außerdem spezialisiert auf phlebologische und lymphologische Krankheitsbilder. Sie führt eine Dermatologische Praxis in Berlin und ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie. Das Interview mit ihr lesen Sie >>HIER.

 

Mehr zu Thema:

Das Lymphödem – Diagnostik und Therapie

Nachgefragt: Was macht eine Lymphtherapeutin eigentlich?

Hilfe für Betroffene

 

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