Mit umfangreichem Programm in Präsenz – das war der DEWU Deutsche Wundkongress und Bremer Pflegekongress 2022

© Entspannen auf dem DEWU 2022 war selbst für Chefredakteurin Barbara Springer mal möglich.

© Entspannen auf dem DEWU 2022 war selbst für Chefredakteurin Barbara Springer mal möglich.

von Jan Hinnerk Timm, Hamburg; Norbert Kolbig, Düsseldorf; Martin Motzkus, Mülheim; Barbara Springer, Redaktion; Christina Witte, CONGRESS BREMEN


Wieder volles Haus in Bremen – Nach der pandemiebedingten Präsenz-Abstinenz konnte der Doppelkongress in diesem Jahr endlich wieder „im echten Leben“ mit 3.076 Teilnehmenden in Bremen stattfinden. In rund 140 verschiedenen Sitzungen, Workshops, Diskussionen und interaktiven Formaten bot der Doppelkongress nicht nur einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung, sondern vermittelte auch ein Bild vom Stand der derzeitigen gesundheitspolitischen und ethischen Diskussionen. In der angeschlossenen Fachausstellung präsentierten 105 Firmen und Dienstleister ihre Arbeit sowie Produkte für die Wundversorgung und Pflege.
Eröffnet wurde der Doppelkongress von Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard. Sie würdigte die Arbeit der Pflegenden und versprach in ihrem Grußwort, sich intensiv dafür einsetzen zu wollen, dass Pflege angemessen honoriert wird – und zwar nicht nur in Form von ideeller Anerkennung, sondern auch in Form von geänderten Rahmenbedingungen, beispielsweise in Bezug auf Arbeitszeiten und Bezahlung. Dass dies auch dringend nötig ist, zeigen Ergebnisse der bundesweiten Studie „Ich pflege wieder, wenn…“, die im Rahmen des Bremer Pflegekongresses vorgestellt wurde. Die zentrale Erkenntnis der Studie: Viele ehemalige Pflegekräfte können sich vorstellen, in die Pflege zurückzukehren, wenn denn verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Neben verlässlichen Arbeitszeiten wäre dies auch eine bessere Personalausstattung.
Auch wenn in diesem Jahr einiges neu war (andere und größere Hallenaufteilung aufgrund der Abstands- und Hygienevorschriften), gab es viele Rückmeldungen, dass die gewohnte familiäre Stimmung des Kongresses erhalten geblieben ist.
Nachfolgend ein kleiner Ausschnitt aus dem umfangreichen Kongressprogramm.

Ethik in der Wundversorgung

Die Frage, welche Handlung die „richtige“ ist, berührt dabei nicht nur Fragen zu fachspezifischem Handeln, sondern auch zu Fragen der Moral. Prof. Heiner Fangerau beleuchtete unter anderem dieses Thema und stellte exemplarische Konflikte in der Wundversorgung vor.
Diese Konflikte spielten auch in dem von Inga Hoffmann-Tischner vorgestellten Fall eine Rolle. Es ging dabei um eine junge Patientin mit Borderline-Syndrom, die sich wiederholt selbst und zum Teil schwere Verletzungen zufügte. Dies warf immer wieder neue Fragen bezüglich der Versorgung auf.
Besonders eindrucksvoll schilderte eine andere junge Patientin die Versorgungsproblematik ihrer chronischen Wunde. Anke Bültemann interviewte einfühlsam und verhalf so den Zuhörenden, sich in die Rolle der Patientin hineinzuversetzen.
Norbert Kolbig referierte zum Thema „Stopp – hier sind Grenzen für die Wundfotografie.“ Dabei stellte er die Frage, wann ein Foto sinnvoll ist und wie es um das Recht auf das eigene Bild steht. Diese Problematiken wurden mit einigen Veröffentlichungen aus den sozialen Medien kritisch beleuchtet.

Politische Podiumsdiskussion

Eines der Highlights war auch in diesem Jahr wieder die politische Podiumsdiskussion. Das Thema lautete „Evidenz in der Wundversorgung“, das vor dem Hintergrund der letzten politischen Entwicklungen in Bezug auf die Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit wirkstoffhaltiger Wundauflagen aktueller nicht sein konnte. Durch die Diskussion führten der politische Sprecher der ICW, Dr. Christian Münter, und als Mitglied des Vorstandes, zuständig für Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Martin Motzkus. Als Diskussionsgäste eingeladen waren (in alphabetischer Reihenfolge): Prof. Joachim Dissemond (stellvertretender Vorsitzender der ICW), PD Dr. Cornelia Erfurt-Berge (Vorstand ICW), Prof. Andreas Maier-Hasselmann (Mitglied im Redaktionsteam der AWMF-Leitlinie „Lokaltherapie chronischer Wunden“ der DGfW), Steffi Nawrath (Sprecherin der Gruppe Wunde beim BVMed, Mitarbeiterin der Firma PAUL HARTMANN), Prof. Martin Storck (Präsident des Deutschen Wundrates), Yvonne Zens (wissenschaftliche Mitarbeiterin des IQWiG).
Die Diskutierenden bekamen von den Moderatoren Fragen gestellt, um dem Publikum die Problematik der aktuellen Situation zu erläutern, ihre jeweilige Position darzustellen und außerdem Wege aufzuzeigen, wie zukünftig Evidenz helfen kann, die Qualität der Wundversorgung bei Menschen mit chronischen Wunden zu verbessern.
Obwohl die verschiedenen Positionen teilweise recht unterschiedlich anmuteten, waren sich im Konsens alle darüber einig, dass Evidenz für verwendete Wundauflagen geboten ist, vor allem dann, wenn Wirkungen versprochen werden, die über einen physikalischen Effekt hinausgehen, also beispielsweise antiseptisch zu wirken. Festgestellt wurde aber auch, dass wissenschaftliche Evidenz und Erfahrungswissen (Empirie) kein Widerspruch sind, sondern sich immer ergänzen werden.
Da aktuell eine Übergangsfrist läuft, innerhalb derer alle bisher verordnungsfähigen Wundauflagen verordnungsfähig bleiben werden, diese Frist aber zum Dezember 2023 ausläuft, ist die spannende Frage, welche Wundauflagen gegebenenfalls aus der Verordnungs -und Erstattungsfähigkeit herausfallen werden.
Zwar wagte niemand den Blick in die berühmte Kristallkugel, aber es wurde festgestellt, dass für viele Produkte bereits neben einem großen Erfahrungsschatz auch eine gewisse Evidenz vorliegt, die aber noch in einem Bewertungsverfahren durch den G-BA beurteilt werden wird. Hier laufen zur Zeit Anhörungen der verschiedenen Interessensgruppen. So hat unter anderem die ICW bereits ihre Stellungnahmen zu medizinischem Honig und zu Hydrogelen an den gemeinsamen Bundesausschuss abgegeben.


Einen großen Teil der Diskussion nahm die Frage nach möglichen Endpunkten von zukünftigen Studien ein. Hier wurde wiederholt festgestellt, dass der „harte Endpunkt Wundverschluss“ nicht für jede Wundauflage als Bewertungskriterium gelten kann. Das liegt daran, dass einige Wundauflagen nur für einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden, also nicht bis zum Wundverschluss (beispielsweise im Rahmen einer Infektion). Außerdem gibt es „weiche Endpunkte“, wie zum Beispiel die Lebensqualität von Patienten oder besondere Umstände, etwa in einer Palliativsituation, bzw. bei Wunden, die nicht heilen werden. Hier ist nicht der Wundverschluss das Ziel, sondern z. B. die Geruchsreduktion oder die Vermeidung von Schmerzen, sodass bei der Auswahl geeigneter Verbände hier andere Bewertungskriterien herangezogen werden müssen.
Am Ende waren sich die Diskutanten in vielen Punkten einig, etwa in dem, dass Evidenz die Qualität der Wundversorgung verbessern kann, aber auch, dass sicherlich nicht alle Wundauflagen, die derzeit am Markt verfügbar sind, eine ausreichende Evidenz aufweisen. Dies wird sicher dazu führen, dass zukünftig einige der bekannten Wundauflagen schließlich auch nicht mehr verordnungs- und erstattungsfähig sein werden. Die weitere Entwicklung bleibt nun abzuwarten.

20 Jahre ICW – Jubiläumsaktionen Neuer ICW-Stand eingeweiht

In diesem Jahr konnte endlich der neue gemeinsame Messestand der ICW und des mhp Verlags mit der Zeitschrift WUNDmanagement eingeweiht werden. Der Stand war an allen drei Messetagen sehr gut besucht. Die häufigsten Anfragen kamen zum aktuellen Fortbildungsangebot, neuer Literatur und Veröffentlichungen der ICW. Man merkte den Besuchenden vor allem an, dass es vielen ein besonderes Anliegen war, wieder persönliche Gespräche zu führen. Nach zwei Jahren Pandemie war dies auch überfällig und so trafen sich viele alte Bekannte zum regen persönlichen und auch fachlichen Austausch.
Weitere beliebte Themen waren natürlich die Wundsiegel-Zertifizierung und die unter Corona veränderten Regeln zur Rezertifizierung. Daher waren auch Kolleginnen aus der Wundsiegel-Geschäftsstelle und der Zertifizierungsstelle vor Ort. Zusätzlich entschieden sich viele Besucher spontan oder geplant für den Abschluss einer Mitgliedschaft in der ICW.
Am Stand der Zeitschrift WUNDmanagement wurden von der Redaktion Interviews mit der Videokamera aufgenommen sowie neue publikatorische Projekte geplant und besprochen.

 

Das Jubiläums-Gewinnspiel

Martin Motzkus und Björn Jäger verlosen Preise beim Jubiläumsgewinnspiel der ICW e.V.Während der ersten zwei Messetage lief anlässlich des 20-jährigen ICW-Jubiläums ein Gewinnspiel, bei dem sich die Besucher ihre Teilnahme selbst verdienen mussten. Ähnlich einer Schnitzeljagd bekamen sie die Aufgabe, verschiedene Messestände aufzusuchen und sich dort auf die Suche nach ICW-Postern zu machen, auf denen fehlerhafte Wundversorgungen zu erkennen waren. Nachdem das Rätsel am jeweiligen Stand gelöst war, wurden die Gewinnspielteilnehmenden durch Mitarbeitende der teilnehmenden Stände mit einem Stempel belohnt. Eine auf diese Weise vollständig abgestempelte Gewinnkarte kam anschließend in die Lostrommel am ICW-Stand. Die Firmen berichteten von anregenden Gesprächen, bei denen das Rätsel oft ein guter und fachlicher Einstieg war, die Teilnehmenden hatten zudem riesigen Spaß bei dieser besonderen Art von Gewinnspiel. Am zweiten Messetag wurde nachmittags dann nach feierlicher Auslosung durch Björn Jäger und Martin Motzkus eine große Anzahl an Preisen an die glücklichen Gewinnenden ausgehändigt. Wer seinen Gewinn nicht persönlich entgegennehmen konnte, erhält diesen nun per Post gesendet. Einhellige Meinung aller Beteiligten: Das sollte im nächsten Jahr wiederholt werden.


Kompressions-Update

Die Kompressionstherapie ist als Säule der Versorgung von Menschen mit Ulcus cruris venosum ein unabdingbarer Bestandteil der Therapie bei diesen Patientinnen und Patienten. In der Sitzung „Update Kompressionstherapie“ erläuterten Kerstin Protz, Prof. Dr. Joachim Dissemond und Prof. Dr. Knut Kröger die aktuellen Entwicklungen bei bestimmten Krankheitsbildern und deren Versorgungsoptionen in der Kompressionstherapie.
Knut Kröger nahm einleitend die Kompressionsversorgung bei Patienten mit Erysipel in den Blick, unter der Fragestellung, ob hierbei initial eine Kompressionstherapie eingesetzt werden darf und wie sich die Diagnose gestaltet. Entgegen der Aussagen mancher Leitlinien ist die sachgerechte Kompressionstherapie bei solchen Patienten nicht grundsätzlich kontraindiziert. Das Erysipel heilt in den allermeisten Fällen ohne Behandlung ab. Zu Beginn haben Patienten Fieber und Schüttelfrost, während die typischen Hautveränderungen auch erst im weiteren Verlauf auftreten können. Bei der Diagnose, die primär klinisch erfolgt, muss eine Vielzahl an Differenzialdiagnosen beachtet werden. Der Nachweis von Streptokokken gilt nicht als Voraussetzung der Diagnose des Erysipels. Wenn eine Wunde besteht, sollte eine mikrobielle Untersuchung erfolgen. Patienten, bei denen eine Therapie erfolgt, werden von mehreren ärztlichen Disziplinen behandelt, denn das Erysipel ist keiner Facharztdisziplin zugeordnet und eine spezielle Ausbildung gibt es nicht. „Vieles geschieht autodidaktisch“, so Prof. Kröger.

Prof. Dr. Joachim Dissemond legte in seinem anschließenden Beitrag einen Fokus auf die Mehrkomponentensysteme, die allgemein immer noch als „modern“ gelten, aber tatsächlich bereits seit über zwanzig Jahren auf dem deutschen Markt verfügbar sind. Es handelt sich um eine Produktgruppe, bei der sich in den letzten Jahren die Auswahl und die Vielfalt deutlich erweitert hat. Am Beginn der Entwicklung standen Kombinationen, die aus vier Binden bestanden. Mögliche Bestandteile von Mehrkomponentensystemen sind Kurz-, Mittel- und Langzugbinden, Polsterbinden und selbsthaftende Binden, die eine Stabilität der Bandagierung gewährleisten sollen. Aktuell gibt es auf dem Markt Mehrkomponentensysteme, die nur noch aus einer Binde bestehen, die mehrere dieser Eigenschaften auf sich vereint. Nach Prof. Dr. Dissemonds Ansicht sind diese Systeme ein wichtiger Beitrag zur individuell an die Patientenbedürfnisse angepassten Kompressionstherapie. Dennoch bestehen auf Seiten der Verordner manchmal Vorbehalte gegenüber diesen Systemen, die zunächst initial teurer sind als beispielsweise Kurzzugbinden. Untersuchungen konnten aufzeigen, dass Patienten unter bestimmten Voraussetzungen in der Lage sind, sich mit diesen Systemen selbst oder mithilfe ihrer Angehörigen zu versorgen. Dies sei nach Dissemond mit Kurzzugbinden in der Regel nicht möglich. Manche Mehrkomponentensysteme verfügen zudem über optische Marker, die bei Anlage eine Orientierung hinsichtlich des therapierelevanten Drucks geben. Da Mehrkomponentensysteme zudem den Druck besser gewährleisten als Kurzzugbinden, können sie die Entstauungszeit verkürzen und somit die Abheilung beschleunigen. Aus einer Verkürzung dieser Phasen ergibt sich eine Verringerung von Material- und Personalkosten. „Wer schneller heilt, behandelt kosteneffektiver“, fasste Prof. Dr. Dissemond diesen Effekt zusammen. Hierfür bietet der Markt seiner Ansicht nach derzeit so viel Auswahl, dass jeder Patient mit einer für ihn individuell passenden Kompressionstherapie versorgt werden kann.   

Kerstin Protz berichtete von einer aktuellen Untersuchung, bei der ein Kompetenzzuwachs bei Anwendern nach Teilnahme an einer Schulungsmaßnahme zur Kompressionstherapie erhoben wurde. Hierbei kam ein neu entwickelter Kompressions-Score zum Einsatz, der verschiedene Faktoren beinhaltet, die entscheidend für einen sachgerechten phlebologischen Kompressionsverband (PKV) sind. Auf Basis von nationalen und internationalen Leitlinien und Konsensusdokumenten wurden hierbei eine Unterpolsterung, ein am Zehenverlauf orientierter Start, ein Einschluss der Ferse sowie eine ausschließlich herzwärts angelegte Bandagierung als wesentlich definiert. Zudem bezieht dieser CCB-Score neben dem bereits etablierten Druck von 50–60 mmHg an B1 (oberhalb des Innenknöchels) auch einen Druck an Messpunkt A (oberhalb der Zehen) mit ein, der bei Anlage 22–27 mmHg betragen sollte. Bisher war allein B1, also der Sitz und der Druck der Binden oberhalb des Knöchels (wo die Sehne in den Wadenmuskel übergeht), als Kriterium für einen sachgerechten PKV etabliert. Aber das reicht nach Frau Protz’ Ansicht nicht aus: „Auch wenn der Druck an B1 korrekt ist, kann darüber und darunter Chaos herrschen“, so die Hamburger Fachautorin. Bei der Studie, an der mehr als 50 Pflegefachkräfte aus dem ambulanten und dem stationären Bereich beteiligt waren, zeigte sich, dass das Know-How der Teilnehmer durch eine Schulungsmaßnahme gesteigert werden konnte. Zwar konnte anhand des CCB-Scores gezeigt werden, dass die Kompetenz nach drei Monaten wieder etwas abfiel, dennoch blieb ein Zuwachs gegenüber dem Studienbeginn erhalten. Als Fazit fasste Frau Protz zusammen, dass es regelmäßige Schulungen Versorgern ermöglichen, fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in der korrekten Anlage von PKV zu erwerben. Solche Schulungen sollten nach Frau Protz’ Ansicht bereits in der Ausbildung ansetzen und im Laufe des Berufslebens unter Einbeziehung von geeigneten Druckmessgeräten ständig fortgesetzt werden.


Die sachgerechte Kompressionstherapie ist die Grundlage der Versorgung von Patienten mit Ulcus cruris venosum. Die breite und differenzierte Produktpalette, das machte das Update Kompressionstherapie auf dem DEWU 2022 klar, ermöglicht es Verordnern und Anwendern, jeden Patienten auf Basis einer adäquaten Diagnostik mit der für ihn passenden Versorgungsoption zu behandeln.

 

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In den Weiten des Wundiversums

In dieser Sitzung nahmen Kerstin ­Protz und Werner Sellmer das Publikum mit auf eine „Reise durch das Wundiversum“. In dem interaktiven Quiz hatten die Teilnehmenden als „Crew“ viele Herausforderungen zu meistern, um die Gefahren des „Wundraums“ zu bewältigen. Gefragt war aktuelles Wissen über Wundreinigung, Antiseptik, MARSI, Skin Tears und rechtliche Aspekte der Versorgung Unterwegs im Wunduniversum. Kerstin Protz und Werner Sellmervon Menschen mit chronischen Wunden. Zudem sollten Verbandmittel sowie deren Einsatzmöglichkeiten korrekt benannt und Wundarten bzw. deren Charakteristika anhand von Fotos zutreffend erkannt werden.
Frau Protz und Herr Sellmer hatten zu den vier Themenbereichen „Rund um die Wunde“, „Dies und Das“, „Antiseptik“ und „Hautprobleme“ jeweils drei Fragen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad vorbereitet. Bei jeder Frage standen vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, so dass das Publikum per Handy-App über die gemeinsame Antwort abstimmen konnte. Wenn die Teilnehmenden-Crew die Fragen zutreffend beantwortete, wurden Punkte gutgeschrieben. Bei Fehlern bekamen die hinterlistigen „Klingonen“, vertreten durch Frau Protz und Herrn Sellmer, die fälligen Punkte.
Nach der Auflösung der Fragen folgte jeweils eine ausführliche Erläuterung der erfragten Sachverhalte. So erfuhr das Publikum, was Skin Tears sind und welche Erscheinungsbilder durch medizinische Klebstoffe ausgelöste Hautverletzungen (Medical adhesive related Skin injuries = MARSI) haben können. Zudem wurde über Möglichkeiten und Grenzen der Antiseptik gesprochen und die erwartbaren Konsequenzen der veränderten Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln ab Dezember 2023 thematisiert. Die fast 200 Teilnehmenden lösten den Großteil der zwölf Fragen sowie die Bonusfrage zutreffend. Somit konnten Frau Protz und Herr Sellmer am Ende der Reise des Wundraumschiffes „Mission erfüllt – schwarze Löcher erfolgreich umschifft“ vermelden.


Ein Blick in die Politik – Sitzung des Deutschen Wundrat e.V.

Der Deutsche Wundrat e.V. setzt sich für die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden ein. Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und thematisiert. Auf einer moderierten Sitzung am Donnerstagvormittag nahm der Deutsche Wundrat e. V. unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Martin Storck in mehreren Beiträgen die Auswirkung politischer Entscheidungen auf die Wundversorgung in den Blick. Hierfür waren drei Fachexperten eingeladen, die sich kenntnisreich zu verschiedenen aktuell diskutierten Sachverhalten äußerten.
Prof. Dr. Andreas Maier-Hasselmann gab einen Überblick über den aktuellen Bearbeitungsstand und einen Ausblick auf Aufbau und Inhalte der AWMF-Leitlinie „Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus und chronische venöse Insuffizienz“, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundtherapie gerade überarbeitet wird. Die Neuauflage bezieht Feedback von Seiten der Anwender mit ein und basiert auf mehreren Literatursichtungen der Jahre 2018, 2020 und 2022, um zu gewährleisten, dass der aktuelle Stand abgebildet wird. Im Rahmen von zwei Konsensuskonferenzen, die im April 2022 stattfanden, ist bereits über 60 der enthaltenen 68 Empfehlungen Einigkeit erzielt worden. Hierbei besteht nicht der Anspruch, konkrete Versorgungsempfehlungen nach Art eines Lehrbuchs zu geben, so Prof. Dr. Maier-Hasselmann. Ziel sei es, dem Anwender eine Handhabe zur Einordnung von Sachverhalten und Versorgungsoptionen an die Hand zu geben. Eine Veröffentlichung der überarbeiteten und erweiterten AWMF-Leitlinie ist laut Prof. Dr. Maier-Hasselmann in diesem Jahr geplant.    
 
Fachapotheker Werner Sellmer erläuterte, welche Art von Verbandmitteln die gesetzliche Krankenversicherung ab Dezember 2023 nicht mehr erstatten werden wird. Auf Grundlage eines Entscheids des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom Oktober 2020 ändert sich nach Ablauf einer Übergangsfrist die Erstattungsfähigkeit von Produkten zur Wundbehandlung. Bisher werden alle Verbandmittel, sowohl Mull-, Saug- und Vlieskompressen, Pflaster und elastische Mullbinden, die sogenannte „Weißware“, als auch komplexere Produkte, wie Hydrofaser oder Superabsorber, von den Kostenträgern übernommen. Mit der Weiterentwicklung der Wundversorgungsprodukte ist inzwischen eine große Anzahl an Versorgungsoptionen in die Verbandmitteldefinition „hineingerutscht“, so Herr Sellmer, die eigentlich „auf der anderen Seite stünden“, nämlich bei den Arzneimitteln, deren Zulassungsprozesse deutlich komplexer sind. Daher entschied sich der Gesetzgeber im Jahr 2016 für eine Neudefinition, die inzwischen durch den genannten G-BA-Beschluss verbindlich erfolgte. „Diese Definition hat nichts damit zu tun, ob ein Produkt gut oder schlecht ist, sondern ob es von der GKV bezahlt wird“, so Herr Sellmer. Mit dem Ablauf der Übergangsfrist befürchten viele Versorger durch den Wegfall der Kostenübernahme eine erhebliche Einschränkung des verfügbaren Portfolios. Erwartbar ist, dass sowohl sogenannte „eineindeutige Verbandmittel“ als auch solche mit ergänzenden Eigenschaften weiterhin erstattungsfähig bleiben, so Herr Sellmer. Wie sich die Einsatzmöglichkeiten der aus der Erstattung fallenden „sonstigen Verbandmittel“ – der Bundesverband Medizintechnologie BVMed spricht hierbei von etwa 400 Produkten – künftig gestalten wird, bleibt jedoch abzuwarten. 

Britta Steenfatt vom Vorstand des Wundzentrum Hamburg e.V. erläuterte die Grundlagen und bisherigen Erfahrungen mit der generalistischen Pflegeausbildung. Neben einem interessanten Rückblick in die Geschichte der Krankenpflege nahm Frau Steenfatt hierbei insbesondere die Bedeutung der Neugestaltung des Ausbildungs-Curriculums für die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden in den Blick. Die Pflegeausbildung wird seit Januar 2020 nach generalistischen Grundsätzen durchgeführt, das bedeutet, dass erst im dritten Ausbildungsjahr eine Spezialisierung auf die Fachbereiche Alten- oder Kinderkrankenpflege erfolgt. Bis 2025 erfolgt eine Überprüfung, ob für diese Spezialisierungen noch Bedarf besteht. Die Ausbildung bietet die Möglichkeit, auch externe Dozenten von außerhalb des Lehrkörpers mit einzubinden, zum Beispiel für den Themenbereich Wundversorgung. Bis zum letzten Ausbildungsdrittel werden die Auszubildenden anhand von Standards und Leitlinien über die Wundversorgung informiert. Nach einer Vertiefung der Inhalte versorgen die Auszubildenden Menschen mit Wunden – insbesondere chronischen Wunden – auf Basis einer Verordnung und in Abstimmung mit der ärztlichen Seite. Die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden erfolgt Der neue ICW-Stand.dabei laut Lehrplan anhand von Leitlinien und Standards. Lehrinhalte sind entsprechend Wundanamnese und -beobachtung, Wundart, Wundbeurteilung, -klassifikation und -dokumentation. Nach Frau Steenfatts Einschätzung ähneln diese Inhalte dem Curriculum für „Wundexperten“, werden aber in einem relativ kurzen Zeitraum von ein bis zwei Tagen vermittelt. Auf dieser schmalen Basis baut die Heilkundeübertragungs-Richtlinie auf. Da die Auszubildenden Menschen mit chronischen Wunden sowohl ambulant als auch stationär in der Langzeitpflege erleben, ist zu erwarten, dass ihr Verständnis für die Möglichkeiten und Einschränkungen in den verschiedenen Bereichen nach Ende der Ausbildung groß ist, so Frau Steenfatt. Hierin liegt die Chance, dass sich die vernetzten Strukturen, die Grundlage der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden sind, selbständig bilden.


Die moderierte Sitzung des Deutschen Wundrat e. V. ermöglichte den Teilnehmenden einen interessanten und kenntnisreichen Einblick in die politischen Zusammenhänge. Es wurde klar, dass Wundversorgung nicht im „luftleeren Raum“ erfolgt, sondern immer auch in größeren Zusammenhängen gedacht werden muss.

 

WUNDupdate 2022

Zum inzwischen fünften Mal bot die Sitzung WUNDupdate in Zusammenarbeit mit dem mhp Verlag einen kompakten Überblick der neu veröffentlichten englischsprachigen Literatur des Vorjahres. Die drei Wundexperten PD Dr. Cornelia Erfurt-Berge (Erlangen), Johannes Edel (PD München) und Prof. Dr. Knut Kröger (Krefeld) sichteten wieder Publikationen des Jahres 2021 zu den Themenbereichen Ulcus cruris, Dekubitus sowie Diabetisches Fußsyndrom (DFS) / periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) und kommentierten ihre Auswahl an interessanten Studienergebnissen.

Bei der Literaturauswahl von Dr. Erfurt-Berge lag der Schwerpunkt auf neuen Ansätzen für die Ulcus-cruris-Therapie. Zum Beispiel verglich eine gut gemachte australische Studie die Kompressionstherapie mit einer Kombination aus Kompressionstherapie und Aspirin. Es konnte jedoch keine Überlegenheit der Kombinationsbehandlung festgestellt werden. Dr. Erfurt-Berge kommentierte, dass diese Studie beispielhaft die Schwierigkeiten bei der Durchführung qualitativ hochwertiger Studien zeige. Denn durch eine sehr enge Eingrenzung von Einschlusskriterien und der dadurch bedingten geringen Zahl der Teilnehmenden sind die Studien­ergebnisse wenig aussagekräftig.
Dr. Erfurt-Berge stellte dann noch zwei Studien zum Einsatz von thrombozytenreichem Plasma vor, die jeweils die Überlegenheit der Die Referenten mit dem Sonderheft WUNDupdate. Prof. Knut Kröger, Dr. Cornelia Erfurt-Berge und Johannes Edel (v.r.)Therapien zeigten.
Zum Thema Dekubitus wählte Johannes Edel drei neu publizierte Studien zur Prävention und Therapie von Druckgeschwüren aus. Im Mittelpunkt standen dabei Veröffentlichungen zur Dekubitus-Prävention – zum Beispiel die prophylaktische Anwendung von Verbandstoffen im Sakralbereich. Trotz des systematischen und gut nachvollziehbaren Aufbaus dieser explorativen Crossover-Studie und der ausführlichen Dokumentation konnten die Autoren am Ende kein aussagekräftiges Ergebnis vorweisen, so Herr Edel in seinem Kommentar.
Weiterhin ging es um die heilungsfördernde Wirkung einer Breitwegerich-Zubereitung (Plantago major) bei Dekubitus. Die Studienergebnisse bestätigten, dass die traditionelle Verwendung von P. major den Heilungsprozess fördert. Vielleicht finden sich in der Zukunft mit Plantago major präparierte Verbandstoffe.


Für den Themenbereich DFS/PAVK kommentierte Prof. Kröger drei Publikationen, in denen sich therapeutische und präventive Ansätze die Waage hielten.
In der ersten Studie ging es darum, dass Menschen mit diabetischer Fußerkrankung die Hauttemperatur am Fuß selbst messen, um eine Geschwürbildung (die mit einer Hauterwärmung beginnt) frühzeitig zu erkennen. Das Ergebnis war nicht eindeutig, was auch an der Anzahl der Patienten liegen mag. Prof. Kröger kommentierte jedoch, dass wenn der Patient aus der Temperaturmessung die richtigen Schlüsse zieht, seine Gehleistung reduziert und den Fuß damit entlastet, er sehr wohl neue Ulzerationen verhindern kann.
In einer anderen Studie untersuchte eine internationale Arbeitsgruppe den Effekt eines makrophagenregulierenden Arzneimittels auf die Wundheilung beim DFS, die im Ergebnis als positiv eingestuft wurde. Es ergab sich aber in der Diskussion die Frage, ob dieses Mittel auch in Deutschland zur Verfügung steht.
In der letzten vorgestellten Arbeit wurde die jeweilige Wirkung einer drei- und einer sechswöchigen Antibiotikatherapie bei DFS-assoziierter Osteomyelitis verglichen. Die Ergebnisse waren bei beiden Zeiträumen in etwa gleich. Prof. Kröger betonte, dass aus seiner Sicht Antibiotika kurz und heftig gegeben werden sollten, um stark zu wirken und keine Resistenzen zu erzeugen. Drei Wochen seien lang und sechs Wochen seien viel zu lang.

Die ausführlichen Kommentare und ausgewählten Studien sind im Sonderheft WUNDupdate nachzulesen. Weiterhin wird es am 14. September 2022, 18–19.00 Uhr, ein WUNDupdate-Webinar geben. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden.

Deutscher Wundpreis 2022

Ein fester Programmbestandteil des DEWU ist die Verleihung des Deutschen Wundpreises in verschiedenen Kategorien, gestiftet von der Initiative Chronische Wunden (ICW) e. V. Vier Arbeiten zeichnete die Fachjury aus und vergab erstmalig einen Newcomer-Sonderpreis. Die Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr sind:


Kategorie Publikumspreis

Dr. Maurice Moelleken, Universitätsklinikum Essen, mit dem Poster „Erfolgreiche Therapie einer ulzerierenden Morphea mit Pimecrolimus Creme“


Kategorie Praxis

Dr. Andreas Hüllen, RHEACELL GmbH & Co. KG, Heidelberg, mit dem Poster „ABCB5+ mesenchymale Stromazellen (MSCs) – ein neuartiger Behandlungsansatz bei therapierefraktären chronischen Wunden“


Kategorie Forschung

Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), mit dem Poster „Integration Seiden-basierter Biomaterialien im humanen 3D ex-vivo Wundmodell als temporärer Epithelersatz“


Kategorie Kasuistik

Yasemin Kir und Elena Libich, Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg/Wümme, mit dem Poster „G-BA Beschluss ambulante Unterdruck Therapie: Fluch oder Segen?“


Newcomer-Sonderpreis

Michael Dietrich, Universität Witten/Herdecke, mit dem Poster „Bakterielle Infiltration in Biofilm-besiedelten Wunden: Analysen im hpBIOM ex-vivo Wundmodell und mögliche Auswirkungen auf Abstrichentnahme und Debridement“


Stimmen zum Kongress

Die Freude über ein persönliches Wiedersehen der Teilnehmer war bei Prof. Martin Storck genauso groß wie bei allen Teilnehmenden und Referierenden:

„Das Themenspektrum war umfassend, von Forschung über Updates bis hin zu politischen Diskussionsrunden und vielen Workshops. Trotz vieler Parallelsitzungen waren die Säle immer ausreichend gefüllt und die Teilnehmer in der Lage, sehr aktiv mitzudiskutieren.
Schließlich wurde in vielen Updates und State-of-the-Art-Vorträgen der aktuelle Standard der heutigen modernen Wundtherapie präsentiert. Insgesamt ist der Kongress eine unter Fortbildungsaspekten absolut hochwertige Veranstaltung, umrahmt vom Pflegekongress sowie den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der ICW. Gratulation an die Kongressorganisation! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!“

Auch Diabetologe Dr. Alexander Risse aus Berlin begrüßt die Möglichkeit des direkten Austausches:

„Der 16. Wundkongress fand nach zwei Jahren wieder analog, real, leiblich, statt. Die Zeit der „Scheinbegegnungen“ (T. Fuchs) ist vorbei, zumindest bis zur nächsten Welle. Teilnehmenden und Vortragenden war die Freude, endlich wieder anwesend zu sein, in jeder Begegnung zu spüren. Die Levitation spiegelt die phänomenologische Grundkonstante, dass Kommunikation eben nicht nur der Austausch von Informationen ist, sondern immer vorlaufend schon „Einleibung“, das heißt: Bildung eines spontan übergreifenden Leibes mit entsprechender leiblicher Ökonomie. Übergreifende Leiber bildeten dann naturgemäß auch die Atmosphäre, in die die Sachthemen eingebettet waren. Neben den sorgfältig ausgewählten Vorträgen mit erheblichem Erkenntnisgewinn waren es vor allem wieder die vielen ungeplanten Gespräche und vor allem auch Planungen für die Zukunft. Die Organisation war wie immer perfekt. Für 2023 ist wieder ein Realkongress zu erhoffen.“

Die Bereichsleiterin von CONGRESS BREMEN, Kordula Grimm, zieht folgendes Fazit: „Die hohe Zahl an Teilnehmenden bei diesem ersten Präsenzkongress nach 2019 belegt, dass sowohl der Deutsche Wundkongress als auch der Bremer Pflegekongress einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsbranche haben.“ Und Projektleiterin des DEWU & Bremer Pflegekongress Cordula Paul ergänzt: „Es war deutlich zu spüren, wie sehr sich alle auf ein Wiedersehen gefreut hatten. Natürlich macht die moderne Digitaltechnik eine Menge möglich, persönliche Begegnungen wird sie aber nie ersetzen.“


Save the Date 2023

Der Termin für den nächsten Doppelkongress steht bereits fest: 2023 findet der DEWU Deutscher Wundkongress & Bremer Pflegekongress von Mittwoch 10. Mai bis Freitag 12. Mai statt.


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